Summary
Konusmischer sind Chargenmischer mit konischem Behälter und schraubenförmigem Mischwerkzeug. Die konische Geometrie führt das Gut selbsttätig zum Auslauf und ermöglicht eine hohe Restentleerung bei großer nutzbarer Füllgradspanne.
Wissenswertes zum Konusmischer: Prinzip, Wirtschaftlichkeit und Auswahl
Ein Konusmischer ist ein Chargenmischer mit konischem Behälter, in dem ein oder zwei schraubenförmige Mischwerkzeuge – etwa Helix-Mischwerkzeuge – das Gut anheben und umschichten. Die konische Geometrie führt das Produkt selbsttätig zum Auslauf; die Entleerung kann damit ohne mechanisches Nachräumen erfolgen und erreicht eine hohe Restentleerung.
Wirtschaftlich ist der Bautyp vor allem durch drei Eigenschaften: geringen spezifischen Energieeintrag, kurze Mischzeiten bei schonender Behandlung und eine große nutzbare Füllgradspanne – dieselbe Maschine verarbeitet Teilchargen, ohne die nach Mischgütekriterien bewertete Qualität einzubüßen. Wo Produktwechsel häufig sind, zahlen sich zusätzlich eine totraumfreie Bauweise und eine ergonomische Reinigung unmittelbar in der Anlagenverfügbarkeit aus.
Bei der Auswahl sind Chargengrößenspanne, Fließverhalten und Adhäsionsneigung des Guts, zulässige Scherbelastung, Flüssigkeitszugabe sowie Reinigungs- und Inspektionsanforderungen abzuwägen. Für kurze Chargenwechsel ist außerdem zu prüfen, wie zugänglich Behälter und Werkzeug für Sicht- und Wischprüfung sind.
Auswahlmatrix
| Kriterium | Leitfrage | Konsequenz für die Auswahl |
|---|---|---|
| Chargengrößenspanne | Wie groß ist das Verhältnis kleinster zu größter Charge? | Eine weite Spanne verlangt einen Bautyp mit großer nutzbarer Füllgradspanne. Andernfalls sind zwei Maschinen nötig. |
| Fließverhalten und Kohäsion | Fließt das Gut frei, oder neigt es zu Brücken und Anhaftungen? | Kohäsive Güter brauchen zwangsfördernde Werkzeuge über den gesamten Mischraum. Auf Schwerkraft beruhende Prinzipien wie Freifallmischer scheiden aus. |
| Flüssigkeitszugabe | Werden Flüssigkeiten zugegeben, und in welchem Anteil? | Ab wenigen Prozent sind Sprüheinrichtung, definierte Dosierrate und ein Schneidrotor-Zusatzaggregat zur Auflösung von Klumpen einzuplanen. |
| Scherempfindlichkeit | Dürfen Granulate, Flocken oder Fasern nicht zerstört werden? | Großvolumige Werkzeuge mit niedriger Umfangsgeschwindigkeit statt Schneidrotor-Zusatzaggregaten. Die Werkzeuggeometrie wird zum Auswahlkriterium. |
| Restentleerung | Welcher Restanteil ist zulässig – wirtschaftlich und bezüglich Verschleppung? | Konische Geometrie mit Bodenverschluss am tiefsten Punkt. |
| Reinigungsregime | Trockenreinigung, Feuchtreinigung oder Nassreinigung im geschlossenen System? | Nassreinigung verlangt totraumfreie Geometrie, geneigte Flächen und definierte Zugänglichkeit. Nachrüsten ist im Bestand möglich, aber wirtschaftlich zu bewerten. |
| Produktwechselfrequenz | Wie viele Wechsel pro Woche, mit welchem Reinigungsaufwand? | Bei hoher Frequenz verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit von der Mischzeit zur Rüst- und Reinigungszeit. |
| Chargen- oder Dauerbetrieb | Definierte Rezepturchargen oder konstanter Massenstrom? | Chargenbetrieb bei Rezeptwechseln und Rückverfolgbarkeit je Charge. Kontinuierlicher Betrieb bei gleichbleibender Rezeptur und hohem Durchsatz. |
| Temperieren, Trocknen, Inertisieren | Muss Wärme zu- oder abgeführt, Feuchte entzogen oder inertisiert werden? | Doppelmantel und Druckstufe müssen früh gesetzt werden. Ist Trocknen Teil der Aufgabe, führt die Auswahl zum Mischtrockner statt zum Mischer. |
| Explosionsschutz | Welche Zone liegt innen und außen vor, welche Mindestzündenergie hat das Gut? | Bestimmt Antriebs-, Lager- und Dichtungskonzept. Diese Festlegung ist nachträglich nicht änderbar und gehört an den Anfang der Auswahl. |