Optimaler Futtermittelmischer für Rind, Geflügel, Schwein und Co.

Personalisierte Ernährung, die dem Körper genau die richtigen Nährstoffe bereitstellt, Übergewicht vermeidet, Krankheitsrisiken mindert und das Wohlbefinden steigert: Der Traum vieler ernährungsbewusster Selbstoptimierer wird beim Mischfutter für Nutztiere schon lange mit wissenschaftlicher Akribie umgesetzt. Die Futtermittelhersteller suchen immer neue Möglichkeiten, um durch eine ausgeklügelte Zusammensetzung der Futtermischungen den Nutzen für die Landwirtschaft zu verbessern. Das inkludiert beispielsweise auch hoch entwickelte Futtermittelzusammensetzungen, die das Grundwasser schützen, indem Schadstoffe in der Gülle verringert werden. Wichtigste Voraussetzung für eine effektive Fütterung von Nutztieren ist aber die ideale Gleichverteilung aller Wirkstoffe im Futter.

Die Zeiten, als Landwirte ihre Rinder und Schweine noch komplett aus eigener Produktion mit Gras, Heu, Getreide, Rüben und Silage versorgten, sind lange vorbei. Die von den landwirtschaftlichen Betrieben selbst hergestellten Futtermittel dienen heute nur noch als „Grundfutter“. Daneben steht unverzichtbar das sogenannte „Kraftfutter“. Mit diesem Begriff bezeichnet man alle Futtermittel mit erhöhter Nährstoffkonzentration und weiteren Zusatzstoffen. Dabei unterscheidet man wiederum zwischen Einzelfuttermitteln und Mischfuttermitteln. Einzelfuttermittel mit hoher Nährstoffkonzentration sind etwa Fette, Sojaschrot und Melasse-Schnitzel, ein Restprodukt aus der Zuckerrübenverarbeitung. 

Als Mischfuttermittel wird bereits die Mischung zweier Einzelfuttermittel bezeichnet. Doch moderne Mischfuttermittel sind in Wahrheit hochkomplexe Compounds, die sich aus mehreren Einzelfuttermitteln und ausgewählten Zusatzstoffen zusammensetzen und so den spezifischen, aktuellen Nährstoffbedarf der unterschiedlichen Tiere individuell decken. Ein typisches Mischfutter besteht heute im Durchschnitt aus acht bis zwölf Einzelfuttermitteln und bis zu 15 Zusatzstoffen. Die mengenmäßig wichtigsten Einzelfuttermittel sind die verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Gerste und Mais, gefolgt von Raps- und Sojaschroten. Futterzusatzstoffe sind Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente und Enzyme.

Futtermischungen haben in Deutschland nach aktuellen Zahlen des Deutschen Bauernverbands einen Anteil von rund 14 Prozent an der Nutztierfütterung. 54 Prozent sind Grundfuttermittel und 32 Prozent Einzelfuttermittel. Im Jahr 2020 produzierte die Futtermittelindustrie nach Angaben des Deutschen Verbands Tiernahrung 24,1 Millionen Tonnen Mischfutter, 9,8 Millionen Tonnen für Schweine, 6,9 Millionen Tonnen für Rinder und 6,4 Millionen Tonnen für Geflügel. 

Die deutsche Futtermittelindustrie ist mittelständisch geprägt. Ende 2020 gab es 287 Mischfutterhersteller, die einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro erwirtschafteten. Dabei gibt es einen Schwerpunkt im Norden Deutschlands. Im Süden ist die Mischfutternachfrage geringer, da die Tierbestände geringer sind.

Trend zur individuellen Futtermischung

Auch wenn die Branche mittelständisch geprägt ist, werden Mischfutterrezepturen mit wissenschaftlichem Engagement weiterentwickelt. Dabei wird nicht nur nach Tiergattungen differenziert, sondern auch nach Zweckbestimmung, Entwicklungsstand und Leistungsvermögen der Tiere. Unterschiede beim Nährstoffbedarf, der Verdauungssysteme und Stoffwechselmechanismen gilt es ebenso zu berücksichtigen. Gut schmecken muss es den Tieren schließlich auch und es muss vom Silo-Lkw ins Tagessilo und von dort entmischungsfrei zu jedem einzelnen Tier gelangen. So werden von einem einzelnen Hersteller nicht selten mehrere hundert verschiedene Rezepturen und Formulierungen von Mischfuttern angeboten.

Bei der Rinderhaltung gibt es spezifisch zugeschnittene Mischungen für Kälber, Jungrinder, Milchkühe, Mastbullen und Trockensteher (Kühe in der Phase zwischen zwei Kalbungen). In der Bullenmast beispielsweise lauten die Anforderungen: Hohe tägliche Zunahmen, viel Muskelfleisch, wenig Fettansatz, ein gesunder Rindermagen und wenig krankheitsbedingte Ausfälle. Das Grundfutter weist aber meist zu wenig Proteine für den raschen Muskelaufbau auf. Auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sind im Grundfutter nur mangelhaft enthalten. Ein konzipiertes Mischfutter für die Bullenmast gleicht diese Mängel aus. 

Moderne Landwirte lassen zunächst ihr selbst produziertes Grundfutter analysieren. Dabei wird genau ermittelt, wie hoch der Gehalt von Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette und Proteine), Mineralstoffen (Calcium, Natrium, Magnesium etc.) und Spurenelementen (Zink, Kupfer, Jod etc.) ist. Das Mischfutter wird dann in seiner Zusammensetzung betriebsspezifisch exakt auf das Grundfutter abgestimmt.

Zwar ist die Grundfutteranalyse zunächst mit Kosten verbunden, diese relativieren sich aber zumeist schnell, da die betriebsindividuelle Fütterung den Viehbetrieb wirtschaftlicher macht. Denn alle unnötig im Mischfutter enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente sind Kostentreiber.

Exakt abgestimmtes Futter für das Tierwohl und den Umweltschutz

Eine flexible, angepasste Futtermittelherstellung ermöglicht auch die Anpassung an extreme Wetterbedingungen. So können Milchkühe beispielsweise sommertags unter Hitzestress leiden. Bereits ab einer Außentemperatur von 24 °C schwindet das Wohlbefinden der Tiere, sie fressen weniger und geben schließlich weniger Milch. Bei einer sommerlichen Hitzewelle ist die Beimischung von Natriumcarbonat zum Futter für Kühe hilfreich.

Selbst zum Umweltschutz kann eine fein justierte Futtermischung beitragen. Für hohe Erträge ist das regelmäßige Düngen landwirtschaftlicher Nutzflächen zwingend. Gülle ist, wenn sie richtig und maßvoll ausgebracht wird, grundsätzlich ein guter Dünger. Aber viel hilft nicht immer viel. Zuweilen kontaminieren dessen Phosphat- und Stickstoffeinträge unser Trinkwasser. Milchkühe benötigen eine ausreichende Versorgung mit Phosphor. Phosphormangel führt zu verringerter Futteraufnahme, Milchleistung und Fruchtbarkeit. Bei einer Überversorgung mit Phosphor reagiert die Milchkuh mit erhöhten Phosphatausscheidungen. Clever austarierte Komponentenzusammensetzungen bestimmen also auch die Qualität der Gülle als Dünger und helfen, sowohl das Ackerland als auch das Grundwasser zu schützen. Beispielsweise bietet der Futtermittelhersteller Agravis unter der Bezeichnung „Phokus“ ein Rationsberechnungstool an, das eine gezielte Absenkung des Phosphorgehalts in der Fütterung möglich macht.

Anforderungen an die Mischer für Futtermittel

Beim Mischen der Futtermittel ist die Gleichverteilung der Einzelkomponenten entscheidend. Denn das einzelne Tier bekommt nur einen minimalen Bruchteil einer Charge. Und dieser Bruchteil sollte im Idealfall für jedes Tier eines Betriebs die exakt gleiche Zusammensetzung aufweisen. Das gilt ebenso für jede einzelne Fütterungsration, auch wenn manche Spurenelemente nur in äußerst geringer Menge eingemischt wurden. Futtermittelmischer sollen geeignet sein, sehr kleine Masseanteile in gemahlene Getreide gleichmäßig zu verteilen. In der Branche wird die Anforderung der Mengenzusammensetzung mit 1 zu 10.000 bis 1 zu 100.000 formuliert. Hierbei handelt es sich um eine Anforderung, keinesfalls um ein Mischgütemaß. 

Futtermittel sind Massenprodukte, und Futtermittelhersteller produzieren sie mit sehr geringen Gewinnmargen. Insofern lautet eine weitergehende Anforderung, dass die Verweildauer der Mischgüter im Mischer – ja selbst im Werk – so kurz wie möglich sein soll. Es ist keine Seltenheit, wenn die Dauer eines Misch-Chargenspiels nur vier bis sechs Minuten dauert. In der Zeit findet die Beschickung des Mischers statt – mit allen an der Rezeptur beteiligten Komponenten – die Vermischung, die Entleerung und der Verschluss der Entleer-Vorrichtung. Ein solch kurzer Mischzyklus bei einem 12 m³ Mischer bedingt spezifische Mischmaschinen-Merkmale. 

Das Zusammenspiel zwischen Rezepturentwicklung, Komponentenbereitstellung, Komponenteneinwaage, Homogenisierung des Mischers und die Aufnahmekapazität der nachfolgenden Aggregate bedingt auf der Betreiberseite sehr viel Know-how. Letztendlich muss auch die Energiebilanz stimmen. Jedes Aggregat für die innerbetriebliche Schüttgutlogistik und Produktaufbereitung ist mit elektrischer Energie zu versorgen, es unterliegt dem Verschleiß und verteuert das Mischfutter.

Produktsicherheit und Mischgüte nachweisen

In Anbetracht der Vielzahl von Komponenten und den ständig wechselnden Rezepturen leisten Futtermittelhersteller logistische Glanzleistungen. Rohstoffkomponenten, deren Tagespreis unpassend erscheint oder die am Markt nicht verfügbar sind, müssen oft durch andere mit vergleichbaren Nährstoffgehalten substituiert werden.

So lautet die Anforderung an den Mischer als wertschöpfende Einrichtung in der Produktionskette: Die Erzielung idealer Mischgüten, die in der Praxis nicht verbesserbar sind. All das:

  • innerhalb kurzer Zeit und
  • bei variablen Füllgraden
  • bei minimaler Energieeintragung und
  • bestmöglicher Verschleißresistenz
  • Zudem eine schnelle und vollständige Entleerung am besten innerhalb von wenigen Sekunden
  • Lange Lebensdauer
  • Guter Zugang und problemlose Reinigung des Mischraums
  • Ergonomisch zumutbare Begehbarkeit des Mischraums
  • Einfache Instandsetzung verschlissener Bauteile – bestenfalls durch eigene Betriebsschlosser, die zuvor speziell geschult wurden.

Basierend auf der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 ist der Futtermittelunternehmer für die Futtermittelsicherheit verantwortlich und zwar über die gesamte Kette hinweg, angefangen bei der Futtermittelprimär-Produktion bis hin zur Fütterung von zur Lebensmittelgewinnung bestimmten Tieren. Diese Sicherheit gewährleistet der Futtermittelhersteller durch die Anwendung der HACCP-Grundsätze in Verbindung mit der guten Hygienepraxis. 

Industriell arbeitende Futtermittelbetriebe haben ihre Betriebsabläufe revisionsfest etabliert. Jede Einzelcharge kann jederzeit lückenlos nachverfolgt werden.

Die Futtermittelhygieneverordnung (Verordnung (EG) Nr. 183/ 2005) ergänzt und vertieft diese allgemeinen Vorschriften. Hier ist unter anderem geregelt, dass die Unternehmen die Wirksamkeit ihrer Mischanlagen in Bezug auf die Homogenität nachweisen. Diese Nachweise erfolgen auf der Basis praktischer Gutachten unter betriebsüblichen Bedingungen. Die Gutachter orientieren sich dabei am Leitfaden zur Überprüfung der Arbeits- und Mischgenauigkeit bei Futtermittelunternehmen in der aktuellen Fassung von 2018.

„Die Mischgüte ist in der Praxis gleichzusetzen mit der Homogenität einer Mischung. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Mischanlage, „unterschiedliche Mengen an Einzelkomponenten in einer definierten Zeit homogen miteinander zu mischen.“ 

Die Ermittlung der Mischgüte eines heterogenen Schüttguts ist eine komplizierte verfahrenstechnische Herausforderung. Es gibt mehr als 20 verschiedene Formeln, um Mischgüten zu definieren. Um die Mischgüte für Tierfutter nachzuweisen, haben sich praxiskonforme Methoden etabliert. Dem Futtermittel werden organische Lebensmittelfarbstoffe oder Microtracer im Verhältnis von 1:10.000 beigegeben – das entspricht 100 Gramm Wirkstoff pro Tonne. Nach einer definierten Mischzeit werden hinreichend viele Proben – meistens mindestens zehn – mit einem hinreichend großen Volumen – in der Praxis oft 20 g – aus verschiedenen Orten des Mischraums mittels Probenstecher gezogen und analysiert. Die Qualität der ermittelten Mischgüteanalyse hängt von vielen Parametern ab, insbesondere aber von der Anzahl der Proben sowie vom gewählten Probenvolumen. Besonders wichtig ist es, Proben-Haufwerke so zu teilen oder zu portionieren, dass sie nicht entmischen. 

Herausfordernde Situationen liegen immer dann vor, wenn eine völlig neue Produktart oder Verfahrensweise etabliert werden soll, oder wenn ein neuer Mischer in Betrieb genommen wird. Dann will der Mischfutterbetrieb wissen, wie sich die Homogenität im Verlauf der Mischzeit entwickelt und wie lange er mischen muss, um eine hinreichend hohe Mischgüte zu erreichen. Um dies herauszufinden kann wie folgt vorgegangen werden:
Gemäß obiger Beschreibung wird die Beprobung nach weiteren kurzen Mischphasen wiederholt. Beispielsweise werden die ersten zehn Proben nach etwa 180 Sekunden und die zweiten zehn Proben nach weiteren 40 Sekunden Mischdauer gezogen.   

Im Falle eines im Betrieb etablierten Mischers gilt die universelle Mischeffizienz als validiert. Insofern genügt es dann, während des drehenden Mischwerkzeugs mittels totraumfreiem Probenehmer die Proben zu entnehmen. Das gilt auch für Rückstellmuster.

Um eine hohe Mischgüte erhalten zu können, spielt außerdem die Partikelgrößenverteilung eine Rolle. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich minore Komponenten am besten im Basisfutter homogenisieren lassen, wenn deren Partikelgröße zwischen 200 und 500 Mikrometer beträgt. Sind die Partikel wesentlich kleiner, sind sie schwerer dosierbar und kontrollierbar, sie können unbeabsichtigt in die Entstaubungsfilter gelangen oder sie aggregieren zufällig an größeren Partikeln und erschweren insofern die gleichmäßige Verteilung. 

Um nachzuweisen, dass etwaige Cross-Kontaminationen von Charge zu Charge ausgeschlossen sind oder aber unterhalb der Nachweisgrenze stattfinden, wird wie folgt vorgegangen: Der zuvor genutzte Mischer wird ohne manuelle Reinigung erneut mit den gemahlenen Rohstoffen beschickt. Dann wird ein Mischzyklus gefahren. Analog zur obigen Beschreibung werden Proben entnommen und auf den Mikrotracer oder den Farbstoff hin untersucht. Im Idealfall sollten die Tracer oder Farbstoffe im reinen Futtermittel analytisch nicht nachweisbar sein. 

Diese Nachweise sollen mindestens alle zehn Jahre erfolgen. Im Falle von Vormischungen sollen die Nachweise alle fünf Jahre stattfinden. In der Praxis sollte der Nachweis nicht nur für den Mischer, sondern für den Gesamtprozess von den Chargier-Waagen bis zur Abfüllung erfolgen.

Die Auswahl eines geeigneten Mischers

Präzisionsmischer – ob mit horizontal oder vertikal drehenden Mischwerkzeugen – erfüllen die Mischgütekriterien für Futtermittelmischungen ohne Beanstandung. Größere Unterschiede gibt es indes bei:

  • der Mischzeit
  • der Flexibilität des Füllgrades
  • beim Restentleergrad
  • der Reinigbarkeit/Zugänglichkeit
  • bei der Entleer-Geschwindigkeit und auch
  • beim Leistungsbedarf des Antriebs

Um ein geeignetes Mischsystem auszuwählen, sind die Raumbedarfe der Mischer mit den Platzverhältnissen vor Ort in Einklang zur bringen. amixon® kann seine Mischer individuell anpassen. Von niedrig bauend als Flachversion bis schlank bauend, wenn die verfügbare Aufstellfläche klein ist. Darüber hinaus kann amixon® auch in 100-Liter-Schritten jede gewünschte Baugröße fertigen. Ansonsten zählen die zuvor benannten Kriterien „Anforderung an den Mischer“. Übliche Chargenvolumina in der Futtermittelindustrie reichen von zwei bis sechs Tonnen (ca. 4 bis 12 m³) und bei Mineralstoffmischungen ein bis drei Tonnen (ca. 1 bis 3 m³).

Faktoren für eine funktionierende Pulverbefeuchtung im Mischprozess

Flüssigkeiten gezielt dosieren und homogen verteilen

Futtermittelmischungen beinhalten auch verschiedene Flüssigstoffbeigaben wie Fett, Wasser, Aminosäuren, Melasse oder Vitamine – gerade so viel, wie die Nutztiere benötigen. Darüber hinaus sollen die Staubanteile gebunden und der Geschmack verbessert werden.

In der Regel werden pulvrige Futtermittel nur mit geringen Flüssigstoffmengen angereichert. Sind Flüssigkeitsbeimengungen notwendig, ist es ein wichtiges Auswahlkriterium, dass der Mischer möglichst alle Partikel gleichmäßig benetzt.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass sich die Porosität des Haufwerkes bei geringer Flüssigstoffbeimischung leicht vergrößert, die Schüttung wird lockerer und rieselfähiger, das Volumen des Mischguts vergrößert sich etwas, der Staubanteil nimmt ab und die Rieselfähigkeit verbessert sich geringfügig. Aber es ist nicht trivial, ein Haufwerk mit breiter Partikelgrößenverteilung schnell und gleichmäßig zu benetzen.

Eine Nachbehandlung unterhalb des Mischers kann den Prozess verkürzen

Werden die Zykluszeiten sehr kurz gewählt, müssen sämtliche Flüssigstoffzugaben entsprechend schnell in den Mischer gepumpt werden. Nach kurzer Mischzeit liegt im amixon® Doppelwellenmischer ein homogenes Produkt vor. Aber es können noch vereinzelt Agglomerate (Durchmesser 2 bis 5 mm) vorhanden sein. Diese Feucht-Agglomerate sind zwar homogen im gesamten Mischraum gleichverteilt, aber noch nicht vollständig im Mischfutter dispergiert. Um sie mit den hochtourig drehen Schneidrotoren restlos zu verteilen, müsste der Mischprozess verlängert werden, obwohl die Mischgüte erreicht ist. Eine Nachbehandlungsmethode hat sich in diesem Fall als energiesparender etabliert.

Um Agglomerate vollständig zu zerkleinern, macht es Sinn, unterhalb des Mischers einen sogenannten Finisher zu installieren. Das Mischgut passiert den Finisher kontinuierlich mit hoher Durchflussgeschwindigkeit. Der spezifische Energieeintrag ist minimal. Auch in kleinsten Volumenteilchen können dann alle Flüssigstoffanteile in der richtigen Zusammensetzung nachgewiesen werden.

amixon® steht für Präzisionsmischer mit vertikal gelagerten Mischwerkwellen

Innerhalb eines zylindrischen Mischgefäßes rotiert ein wendelartiges Mischwerkzeug, welches zentral ausschließlich oben angetrieben und gelagert ist. Die Beschickung der Mischgüter erfolgt von oben, die Entleerung des Mischers geschieht unterhalb, indem sich eine komplanar mit der Ebene des Mischraumbodens verschließende Klappe öffnet. Dabei handelt es sich um eine totraumfrei arbeitende Verschlussklappe, die innerhalb eines Stutzens elektropneumatisch geöffnet und geschlossen wird. Sämtliche produktberührten Bauteile sind sorgfältig verschweißt und verschliffen, ebenso wie das Mischwerkzeug. Schaufelartig gestaltete Arme tragen die Mischwerkwendel, die hier in der „Konkav-Ausprägung“ gefertigt worden ist. 

Wahlweise ist das Mischwerkzeug vollständig beheizbar, dann sind sowohl die Mischwerkwelle, die Arme als auch die Mischwerkwendel doppelmantelig ausgeführt. Das Thermalfluid temperiert das gesamte Mischwerkzeug. Als Thermalfluide können Dampf, Wasser oder Thermalöl genutzt werden. Das Mischwerkzeug erzeugt eine raumbeherrschende Total-Verströmung ohne Toträume. Zuweilen ist es nötig, zu desagglomerieren oder Flüssigstoffzugaben besonders wirksam im Pulver zu verteilen. Dann kommen die Zerhacker-Werkzeuge oder HighShear Blades zum Einsatz, die partiell eine hohe Leistungsdichte im Pulver freisetzen.Unerheblich ist dabei, ob die Güter granular, staubig, faserig, trocken, feucht, pastös, flüssig, gut oder schlecht fließend sind. Das Mischwerkzeug ist so beschaffen, dass es nach ca. vier bis fünf Umdrehungen den gesamten Inhalt einmal umgeschichtet hat. Dieses Strömungsprinzip wird auch Kesselströmung genannt. Regelmäßig liegt nach wenigen Umdrehungen überall im Mischraum eine homogene Gleichverteilung aller Komponenten vor und man spricht von einer idealen Mischgüte, die in der Praxis nicht mehr verbesserbar ist.

Mineralstoffmischungen

Eine Sonderform der Futterergänzung sind die sogenannten Mineralstoffaufbereitungen. Sie werden in kleinen Anteilen dem Mischfutter der Nutztiere beigemischt. Die Rezepturen sind speziell auf die Bedürfnisse von Rindern, Schweinen, Pferden und Geflügel abgestimmt. Dabei handelt es sich um Kalk und Wirkstoff-Mischungen, die wahlweise Eisen, Vitamin C, Kalzium, Zink, Jod, Kupfer, Selen, Chrom, Fluor, Kalium, Natrium, Magnesium oder Phosphor enthalten. Da sie als minore Wirkstoffkomponenten im Mischfutter fungieren, müssen sie besonders homogen und gut verteilbar sein. Um sie staubarm zu machen, werden sie zum Teil verkapselt oder agglomeriert. Auch für diese Produkte ist das Bestreben, eine klumpen- und staubfreie Ware mit höchster Mischgüte zu erzielen.

Unabhängig davon, mit welchem amixon® Mischer gearbeitet wird – mit einem Einwellenmischer oder Doppelwellenmischer – werden in jedem Fall immer ideale Mischgüten erreicht. Die beiden Mischer-Bauarten unterscheiden sich lediglich in der benötigten Mischzeit und dem damit einhergehenden Energieeintrag.

Soll der Energieeintrag minimiert werden, gibt es (bis auf den KoneSlid® Mischer) keine Alternative zum Doppelwellenmischer. Dieser:

  • erzielt ein ideale Mischgüte in sehr kurzer Zeit
  • verströmt die Güter besonders schonend bei minimaler Energieeintragung
  • weist eine niedrige und besonders kompakte Bauform auf
  • beherrscht differierende Füllgrade
  • weist eine besonders gute Zugänglichkeit auf und ist ideal hygienisch gefertigt
  • ist geeignet für alle Arten trockener, feuchter und suspendierter Güter
  • bewerkstelligt eine besonders gute Restentleerung
  • verfügt wahlweise über mehrere Ausflussstutzen
  • hat wie alle amixon® Mischer eine Mischwerkwelle, die nur oben gelagert und angetrieben wird.

Milchaustauschfutter

Werden die Kälber im fortgeschrittenen Alter von den Mutterkühen getrennt, steht das Euter der Mutterkuh für die Ernährung nicht mehr zur Verfügung. Spezielle Trockenmilchderivate werden mit Fett, Spurenelementen und Vitaminen angereichert. Das Fertiggemisch wird in kleine Gebinde verpackt. Bedarfsgerecht wird die Ware dann in Wasser suspendiert oder gelöst und ist besonders nahrhaft für das Jungtier.

amixon® Konusmischer

Da der Konusmischer schnell mischen sowie schnell und restlos entleeren kann, wird er komfortabel als sogenannter END-OF-THE LINE Mischer eingesetzt. Der Konusmischer entleert dann direkt ins Silofahrzeug oder in die Abfüllmaschine. Im Vordergrund steht seine Fähigkeit, absolute Kontaminationsfreiheit bei der Produktion von sogenannten Medizinal-Mischungen zu gewährleisten. Reste der vorhergehenden Charge dürfen keinesfalls in nachfolgende Futtermischungen verschleppt werden. Der Konusmischer ist deswegen oft am Ende einer Produktionskette angeordnet. Die Medizinal-Komponenten werden direkt in den Mischer hineindosiert, im Mischfutter homogen verteilt und dann restlos ins Endabnehmer-Gebinde ausgetragen. Die Anforderungen:

  • Ideale Mischgüte
  • Kurze Mischzeit
  • Exzellente, gründliche Restentleerung
  • Schnelle Entleerung
  • Große Inspektionstüren – gute Zugänglichkeit
  • Besonders hygienische Ausführung

Darüber hinaus weist dieser Mischer noch eine Spezialität auf: Er kann wahlweise chargenweise oder kontinuierlich betrieben werden.

Mischer als Chargenmischer oder Kontinuierlichmischer

amixon® Gyraton® Mischer für besonders große Chargen

Die Anforderungen an einen Futtermittelmischer können sich je nach Art des Mischfutterbetriebs signifikant unterscheiden. Deshalb ist vor dem Erwerb eines Mischers die Betriebs- und Produktionssituation gründlich zu evaluieren. 

Anforderungskriterien können beispielsweise sein:

  • Stark differierende Füllgrade kommen vor/kommen nicht vor
  • Partikelschonendes Mischen ist notwendig/nicht notwendig
  • Flüssigstoffverteilung auch bei geringem Füllgrad erforderlich/….
  • Besonders schonende Flüssigstoffverteilung notwendig/….
  • Intensiv desagglomerierende und besonders schnelle Flüssigstoffverteilung soll erfolgen/….
  • Sehr schnelles Restlosentleeren erforderlich/….
  • Langsame oder taktweise portionierende Entleerung erwünscht/….
  • Bestmögliche Restlosentleerung/….
  • Entleerung in mehrere Abfüllmaschinen wahlweise oder gleichzeitig gefordert/….
  • Möglichst niedrige Anschlussleistung gefordert/….
  • Besonderer Verschleißschutz gefordert/….
  • Mischer soll auch für die Verfahrens- und Produktentwicklung eingesetzt werden und ist deshalb besonders variabel einsetzbar/….
  • Überwiegend liegt eine Monoproduktion vor/….
  • Unterschiedliche Mischaufträge sollen in schneller Abfolge erfolgen/….
  • Ergonomische Zugänglichkeit für schnelle Trockenreinigung gefordert/….
  • Schnelle Nassreinigung und Trocknung soll häufig erfolgen/….
  • Flüssigstoffe sollen in Pellets imprägniert werden/….
  • Druck- oder Vakuumdichtigkeit des Mischraums erforderlich/….
  • Fertigmischung liegt mit differierenden Schüttdichten vor: von .... kg/dm³ bis .... kg/dm³
  • Mischgüter sollen im Mischer temperiert werden/….
  • Im Mischer soll ein Gaseintrag stattfinden/….

amixon® Synthesereaktoren (Boden flach oder konisch)

Um die Auswahl zu vervollständigen, sollten auch die zwei druck- und vakuumfesten amixon® Mischer mit Doppelmantel betrachtet werden. Apparate dieser Bauart sind interessant:

  • wenn ein organisches Produkt mit Sattdampf sterilisiert werden soll
  • bei der Aufbereitung von Penicillinen oder
  • wenn enzymatische Fermentationen oder
  • Vakuum-Trocknungen stattfinden
  • wenn poröse Schüttgüter (Pellet-Extrudate) mit höherviskosen Flüssigstoffen porentief zu imprägnieren sind. (Vakuumanlegung macht die Poren gasfrei. Leichter Druckaufbau stabilisiert die Imprägnierung)

Werkstechnikum in Paderborn

Alle vorgestellten Präzisionsapparate können im Technikum der amixon® GmbH ausgiebig getestet werden. Auf Wunsch können die Testmischer auch für Versuche vor Ort beim Kunden eingesetzt werden. Beste Resultate werden vorab zugesichert, ebenso wie ein hoher Erkenntnisgewinn mit tieferen Einblicken in die Abläufe eines modernen Apparatebaus.