Optimaler Futtermittelmischer für Rind, Geflügel, Schwein und Co.

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Eine Frage der Sicherheit und Mischgüte

Personalisierte Ernährung, die dem Körper genau die richtigen Nährstoffe bereitstellt, Übergewicht vermeidet, Krankheitsrisiken mindert und das Wohlbefinden steigert: Der Traum vieler ernährungsbewusster Selbstoptimierer wird beim Mischfutter für Nutztiere schon lange mit wissenschaftlicher Akribie umgesetzt. Die Futtermittelhersteller suchen immer neue Möglichkeiten, um durch eine ausgeklügelte Zusammensetzung der Futtermischungen den Nutzen für die Landwirtschaft zu verbessern. Das inkludiert beispielsweise auch hoch entwickelte Futtermittelzusammensetzungen, die das Grundwasser schützen, indem Schadstoffe in der Gülle verringert werden. Wichtigste Voraussetzung für eine effektive Fütterung von Nutztieren ist aber die ideale Gleichverteilung aller Wirkstoffe im Futter.

Die Zeiten, als Landwirte ihre Rinder und Schweine noch komplett aus eigener Produktion mit Gras, Heu, Getreide, Rüben und Silage versorgten, sind lange vorbei. Die von den landwirtschaftlichen Betrieben selbst hergestellten Futtermittel dienen heute nur noch als „Grundfutter“. Daneben steht unverzichtbar das sogenannte „Kraftfutter“. Mit diesem Begriff bezeichnet man alle Futtermittel mit erhöhter Nährstoffkonzentration und weiteren Zusatzstoffen. Dabei unterscheidet man wiederum zwischen Einzelfuttermitteln und Mischfuttermitteln. Einzelfuttermittel mit hoher Nährstoffkonzentration sind etwa Fette, Sojaschrot und Melasse Schnitzel, ein Restprodukt aus der Zuckerrübenverarbeitung.

Als Mischfuttermittel wird bereits die Mischung zweier Einzelfuttermittel bezeichnet. Doch moderne Mischfuttermittel sind in Wahrheit hochkomplexe Compounds, die sich aus mehreren Einzelfuttermitteln und ausgewählten Zusatzstoffen zusammensetzen und so den spezifischen, aktuellen Nährstoffbedarf der unterschiedlichen Tiere individuell decken. Ein typisches Mischfutter besteht heute im Durchschnitt aus acht bis zwölf Einzelfuttermitteln und bis zu 15 Zusatzstoffen. Die mengenmäßig wichtigsten Einzelfuttermittel sind die verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Gerste und Mais gefolgt von Raps- und Sojaschroten. Futterzusatzstoffe sind Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente und Enzyme.

Futtermischungen haben in Deutschland nach aktuellen Zahlen des Deutschen Bauernverbandes einen Anteil von rund 14 Prozent an der Nutztierfütterung. 54 Prozent sind Grundfuttermittel und 32 Prozent Einzelfuttermittel. Im Jahr 2020 produzierte die Futtermittelindustrie nach Angaben des Deutschen Verbands Tiernahrung 24,1 Millionen Tonnen Mischfutter, 9,8 Millionen Tonnen für Schweine, 6,9 Millionen Tonnen für Rinder und 6,4 Millionen Tonnen für Geflügel.

Die deutsche Futtermittelindustrie ist mittelständisch geprägt. Ende 2020 gab es 287 Mischfutterhersteller, die einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro erwirtschafteten. Dabei gibt es einen Schwerpunkt im Norden Deutschlands. Im Süden ist die Mischfutternachfrage geringer, da die Tierbestände geringer sind.

Trend zur individuellen Futtermischung

Auch wenn die Branche mittelständisch geprägt ist, werden Mischfutterrezepturen mit wissenschaftlichem Engagement weiterentwickelt. Dabei wird nicht nur nach Tiergattungen differenziert, sondern auch nach Zweckbestimmung, Entwicklungsstand und Leistungsvermögen der Tiere. Unterschiede beim Nährstoffbedarf, der Verdauungssysteme und Stoffwechselmechanismen gilt es ebenso zu berücksichtigen. Gut schmecken muss es den Tieren schließlich auch und es muss vom Silo-Lkw ins Tagessilo und von dort entmischungsfrei zu jedem einzelnen Tier gelangen. So werden von einem einzelnen Hersteller nicht selten mehrere hundert verschiedene Rezepturen und Formulierungen von Mischfuttern angeboten.

Bei der Rinderhaltung gibt es spezifisch zugeschnittene Mischungen für Kälber, Jungrinder, Milchkühe, Mastbullen und Trockensteher (Kühe in der Phase zwischen zwei Kalbungen). In der Bullenmast beispielsweise lauten die Anforderungen: hohe tägliche Zunahmen, viel Muskelfleisch, wenig Fettansatz, ein gesunder Rindermagen und wenig krankheitsbedingte Ausfälle. Das Grundfutter weist aber meist zu wenig Proteine für den raschen Muskelaufbau auf. Auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sind im Grundfutter nur mangelhaft enthalten. Ein entsprechend konzipiertes Mischfutter für die Bullenmast gleicht diese Mängel aus.

Moderne Landwirte lassen zunächst ihr selbst produziertes Grundfutter analysieren. Dabei wird genau ermittelt, wie hoch der Gehalt von Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette und Proteine), Mineralstoffe (Calcium, Natrium, Magnesium etc.) und Spurenelementen (Zink, Kupfer, Jod etc.) ist. Das Mischfutter wird dann in seiner Zusammensetzung betriebsspezifisch exakt auf das Grundfutter abgestimmt.

Zwar ist die Grundfutteranalyse zunächst mit Kosten verbunden, diese relativieren sich aber zumeist schnell, da die betriebsindividuelle Fütterung den Viehbetrieb wirtschaftlicher macht. Denn alle unnötig im Mischfutter enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente sind Kostentreiber.

Exakt abgestimmtes Futter für das Tierwohl und den Umweltschutz

Eine flexible, angepasste Futtermittelherstellung ermöglicht auch die Anpassung an extreme Wetterbedingungen. So können Milchkühe beispielsweise sommertags unter Hitzestress leiden. Bereits ab einer Außentemperatur von 24 °C schwindet das Wohlbefinden der Tiere, sie fressen weniger und geben schließlich weniger Milch. Bei einer sommerlichen Hitzewelle ist die Beimischung von Natriumcarbonat zum Futter für Kühe hilfreich.

Selbst zum Umweltschutz kann eine fein justierte Futtermischung beitragen. Für hohe Erträge ist das regelmäßige Düngen landwirtschaftlicher Nutzflächen zwingend. Gülle ist, wenn sie richtig und maßvoll ausgebracht wird, grundsätzlich ein guter Dünger. Aber viel hilft nicht immer viel. Zuweilen kontaminieren dessen Phosphat- und Stickstoffeinträge unser Trinkwasser. Milchkühe benötigen eine ausreichende Versorgung mit Phosphor. Phosphormangel führt zu verringerter Futteraufnahme, Milchleistung und Fruchtbarkeit. Bei einer Überversorgung mit Phosphor reagiert die Milchkuh mit erhöhten Phosphatausscheidungen. Clever austarierte Komponentenzusammensetzungen bestimmen also auch die Qualität der Gülle als Dünger und helfen, sowohl das Ackerland als auch das Grundwasser zu schützen. Beispielsweise bietet der Futtermittelhersteller Agravis unter der Bezeichnung „Phokus“ ein Rationsberechnungstool an, das eine gezielte Absenkung des Phosphorgehalts in der Fütterung möglich macht.

amixon® Mischer HM 16000. Massenstrom bis zu 70 t/h Mischfutter für Schweine, Geflügel und Rinder - © by amixon GmbH

Anforderungen an die Mischer für Futtermittel

Beim Mischen der Futtermittel ist die Gleichverteilung der Einzelkomponenten entscheidend. Denn das einzelne Tier bekommt nur einen minimalen Bruchteil einer Charge. Und dieser Bruchteil sollte im Idealfall für jedes Tier eines Betriebs die exakt gleiche Zusammensetzung aufweisen. Das gilt ebenso für jede einzelne Fütterungsration, auch wenn manche Spurenelemente nur in äußerst geringer Menge eingemischt wurden. Futtermittelmischer sollen geeignet sein, sehr kleine Massenanteile in gemahlene Getreide gleichmäßig zu verteilen. In der Branche wird die Anforderung der Mengenzusammensetzung mit 1 zu 10 000 bis 1 zu 100 000 formuliert. Hierbei handelt es sich um eine Anforderung, keinesfalls um ein Mischgütemaß.

Futtermittel sind Massenprodukte, und Futtermittelhersteller produzieren sie mit sehr geringen Gewinnmargen. Insofern lautet eine weitergehende Anforderung, dass die Verweildauer der Mischgüter im Mischer – ja selbst im Werk - so kurz wie möglich sein soll. Es ist keine Seltenheit, wenn die Dauer eines Misch-Chargenspiels nur vier bis sechs Minuten dauert. In der Zeit findet die Beschickung des Mischers statt - mit allen an der Rezeptur beteiligten Komponenten, die Vermischung, die Entleerung und der Verschluss der Entleervorrichtung. Ein solch kurzer Mischzyklus bei einem 12 m³-Mischer bedingt spezifische Mischmaschinenmerkmale.

Das Zusammenspiel wie Rezepturentwicklung, Komponentenbereitstellung, Komponenteneinwaage, Homogenisiervermögen des Mischers und die Aufnahmekapazität der nachfolgenden Aggregate bedingen auf der Betreiberseite extrem viel Knowhow. Letztendlich muss auch die Energiebilanz stimmen. Jedes Aggregat für die innerbetriebliche Schüttgutlogistik und Produktaufbereitung ist mit elektrischer Energie zu versorgen, es unterliegt dem Verschleiß und verteuert das Mischfutter.

Produktsicherheit und Mischgüte nachweisen

In Anbetracht der Vielzahl von Komponenten und den ständig wechselnden Rezepturen leisten Futtermittelhersteller logistische Glanzleistungen. Rohstoffkomponenten, deren Tagespreis unpassend erscheint oder die am Markt nicht verfügbar sind, müssen oft durch andere mit vergleichbaren Nährstoffgehalten substituiert werden...

So lautet die Anforderung an den Mischer als wertschöpfende Einrichtung in der Produktionskette:

  • Erzielung idealer Mischgüten – die in der Praxis nicht verbesserbar sind
    • innerhalb kurzer Zeit und
    • bei variablen Füllgraden
    • bei minimaler Energieeintragung und
    • bestmöglicher Verschleißresistenz
  • schnelle und vollständige Entleerung am besten innerhalb von wenigen Sekunden
  • lange Lebensdauer
  • gute Zugänglichkeit und Reinigbarkeit des Mischraums
  • ergonomisch zumutbare Begehbarkeit des Mischraumes
  • einfache Instandsetzung verschlissener Bauteile – bestenfalls durch eigene Betriebsschlosser, die zuvor speziell geschult wurden.


Basierend auf der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 – ist der Futtermittelunternehmer für die Futtermittelsicherheit verantwortlich – und zwar über die gesamte Kette, angefangen bei der Futtermittelprimärproduktion bis hin zur Fütterung von zur Lebensmittelgewinnung bestimmten Tieren. Diese Sicherheit gewährleistet der Futtermittelhersteller durch die Anwendung der HACCP-Grundsätze in Verbindung mit der guten Hygienepraxis.

Industriell arbeitende Futtermittelbetriebe haben ihre Betriebsabläufe revisionsfest etabliert. Jede Einzelcharge kann jederzeit lückenlos nachverfolgt werden.

Die Futtermittelhygieneverordnung (Verordnung (EG) Nr. 183/ 2005) ergänzt und vertieft diese allgemeinen Vorschriften. Hier ist unter anderem geregelt, dass die Unternehmen die Wirksamkeit ihrer Mischanlagen in Bezug auf die Homogenität nachweisen. Diese Nachweise erfolgen auf der Basis praktischer Gutachten unter betriebsüblichen Bedingungen. Die Gutachter orientieren sich dabei am Leitfaden zur Überprüfung der Arbeits- und Mischgenauigkeit bei Futtermittelunternehmen (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Tiere/Futtermittel/Leitfaden-Arbeitsgenauigkeit.html) in der aktuellen Fassung von 2018.

Die Mischgüte ist in der Praxis gleichzusetzen mit der Homogenität einer Mischung.
Sie beschreibt die Fähigkeit einer Mischanlage,
„unterschiedliche Mengen an Einzelkomponenten in einer definierten Zeit
homogen miteinander zu mischen.“

Die Ermittlung der Mischgüte eines heterogenen Schüttgutes ist eine komplizierte verfahrenstechnische Herausforderung. Es gibt mehr als 20 verschiedene Formeln, um Mischgüten zu definieren. Um die Mischgüte für Tierfutter nachzuweisen, haben sich praxiskonforme Methoden etabliert. Es werden organische Lebensmittelfarbstoffe oder Microtracer im Verhältnis von 1:10.000 – das entspricht hundert Gramm Wirkstoff pro Tonne – dem Futtermittel beigegeben. Nach einer definierten Mischzeit werden hinreichend viele Proben (meistens mindestens aber zehn) mit einem hinreichend großen Volumen (in der Praxis oft 20 g – die Ration für ein Küken) aus verschiedenen Orten des Mischraumes mittels Probenstecher gezogen und analysiert. Die Qualität der ermittelten Mischgüteanalyse hängt von vielen Parametern ab, insbesondere aber von der Anzahl der Proben als auch vom gewählten Probenvolumen. Besonders wichtig ist es, Probenhaufwerke so zu teilen oder zu portionieren, dass sie nicht entmischen.

Herausfordernde Situationen liegen immer dann vor, wenn eine völlig neue Produktart oder Verfahrensweise etabliert werden soll oder wenn ein neuer Mischer in Betrieb genommen wird. Dann will der Mischfutterbetrieb wissen, wie sich die Homogenität im Verlauf der Mischzeit entwickelt und wie lange er mischen muss, um eine hinreichend hohe Mischgüte zu erreichen. Um das herauszufinden kann wie folgt vorgegangen werden:

Gemäß obiger Beschreibung wird die Beprobung nach weiteren kurzen Mischphasen wiederholt. Beispielsweise werden die ersten zehn Proben nach etwa 180 Sekunden, und die zweiten zehn Proben nach weiteren 40 Sekunden Mischdauer gezogen.

Im Falle eines im Betrieb etablierten amixon® Mischers gilt die universelle Mischeffizienz als validiert. Insofern genügt es dann, während des Mischens mittels totraumfreiem Probenehmer bei drehendem Mischwerkzeug die Proben zu entnehmen. Das gilt auch für Rückstellmuster.

Um eine hohe Mischgüte erhalten zu können, spielt außerdem die Partikelgrößenverteilung eine Rolle. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich minore Komponenten am besten im Basisfutter homogenisieren lassen, wenn deren Partikelgröße zwischen 200 und 500 Mikrometer beträgt. Sind die Partikel wesentlich kleiner, sind sie schwerer dosierbar und kontrollierbar, sie können unbeabsichtigt in die Entstaubungsfilter gelangen oder sie aggregieren zufällig an größeren Partikeln und erschweren insofern die gleichmäßige Verteilung.

Um nachzuweisen, dass etwaige Cross-Kontaminationen von Charge zu Charge ausgeschlossen sind oder aber unterhalb der Nachweisgrenze stattfinden, wird wie folgt vorgegangen: Der zuvor genutzte Mischer wird ohne manuelle Reinigung erneut mit den gemahlenen Rohstoffen beschickt. Dann wird ein Mischzyklus gefahren. Analog zur obigen Beschreibung werden Proben entnommen und auf den Mikrotracer oder den Farbstoff hin untersucht. Im Idealfall sollten die Tracer oder Farbstoffe im reinen Futtermittel analytisch nicht nachweisbar sein.

Diese Nachweise sollen wenigstens alle zehn Jahre erfolgen. Im Falle von Vormischungen sollen die Nachweise alle fünf Jahre stattfinden. In der Praxis sollte der Nachweis nicht nur für den Mischer, sondern für den Gesamtprozess von den Chargierwaagen bis zur Abfüllung erfolgen.

Auswahl eines geeigneten Mischers

Präzisionsmischer – ob mit horizontal oder vertikal drehenden Mischwerkzeugen – erfüllen die Mischgütekriterien für Futtermittelmischungen ohne Beanstandung. Größere Unterschiede gibt es indes bei

  • der Mischzeit,
  • der Flexibilität des Füllgrades,
  • beim Restentleergrad,
  • der Reinigbarkeit/ Zugänglichkeit,
  • bei der Entleergeschwindigkeit und auch
  • beim Leistungsbedarf des Antriebes. 


Um ein geeignetes Mischsystem auszuwählen, sind die Raumbedarfe der Mischer mit den Platzverhältnissen vor Ort in Einklang zur bringen. amixon® kann seine Mischer individuell anpassen; von niedrig bauend als Flachversion, bis schlank bauend, wenn die verfügbare Aufstellfläche klein ist. Darüber hinaus kann amixon® auch in 100 Liter-Schritten jede gewünschte Baugröße fertigen. Ansonsten zählen die zuvor benannten Kriterien „Anforderung an den Mischer“. Übliche Chargenvolumina in der Futtermittelindustrie reichen von zwei bis sechs Tonnen (ca. 4 bis 12m³) und bei Mineralstoffmischungen ein bis drei Tonnen (ca. 1 bis 3m³).

Flüssigkeiten gezielt dosieren und homogen verteilen

Futtermittelmischungen beinhalten auch verschiedenste Flüssigstoffbeigaben wie Fett, Wasser, Aminosäuren, Melasse oder Vitamine - gerade so viel, wie die Nutztiere benötigen. Darüber hinaus sollen die Staubanteile gebunden und der Geschmack verbessert werden.

In der Regel werden pulvrige Futtermittel nur mit geringen Flüssigstoffmengen angereichert. Sind Flüssigkeitsbeimengungen notwendig, ist es ein wichtiges Auswahlkriterium, dass der Mischer möglichst alle Partikel gleichmäßig benetzt.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass sich die Porosität des Haufwerkes bei geringer Flüssigstoffbeimischung leicht vergrößert, die Schüttung wird lockerer und rieselfähiger, das Volumen des Mischgutes vergrößert sich etwas, der Staubanteil nimmt ab und die Rieselfähigkeit verbessert sich geringfügig. Aber es ist nicht trivial, ein Haufwerk mit breiter Partikelgrößenverteilung schnell und gleichmäßig zu benetzen.

Oberflächenspannung; Affinität zwischen Flüssigkeit und Pulver

a.     Die Oberflächenspannung der Flüssigkeit ist niedrig, so dass sie die Struktur des hydrophilen Feststoffes schnell durchdringt und benetzt; vergleichbar mit einem Superabsorber-Granulat, das verschüttetes Öl aufgesaugt.

In diesem Fall funktioniert die gleichmäßige Flüssigstoffverteilung nur, indem möglichst alle Oberflächen des Pulvers mit dem gleichen Quantum an Flüssigkeit besprüht werden. Das Vergleichmäßigen einer zuvor inhomogen verteilten Flüssigphase durch anschließendes intensives Mischen ist nicht mehr möglich. Hier kann allenfalls die Diffusion beim Homogenisieren der Flüssigphase helfen. Aber Diffusion benötigt bekanntlich viel Zeit, lässt die Mischgüter verklumpen und ist deshalb keine gute Lösung.

b.     Die Oberflächenspannung der Flüssigkeit ist hoch und das Pulver weist eine hydrophobe Oberfläche auf; ähnlich dem Lotuseffekt.

 In diesem Fall erzielt man die Gleichverteilung der Flüssigphase nur durch desagglomerierendes Mischen – also mit mechanischer Verteilarbeit.


Viskosität der Flüssigkeit

Darüber hinaus ist die Viskosität der Flüssigkeit bedeutsam. Je niederviskoser die Flüssigkeit ist, desto besser lässt sie sich versprühen. Es birgt folglich Vorteile, die Viskosität passend einzustellen. Da die Viskosität zumeist mit steigender Temperatur abnimmt, ist es sinnvoll, sowohl die Flüssigkeit als auch die Rohrleitung und die Lanze für die Flüssigstoff-Zugabe zu erwärmen. Allerdings ändert sich die Viskosität nicht unmittelbar nach einem Temperaturwechsel, sondern erst zeitlich etwas versetzt.

Je nach Gattung (dilatant, newtonisch oder strukturviskos) verhalten sich Flüssigkeiten unterschiedlich, wenn sie scherend beaufschlagt werden. Scherstress wird beispielsweise ausgelöst, wenn eine Flüssigkeit hochtourig gemischt oder gepumpt wird, wenn sie schnell durch Rohrleitungen fließt oder wenn sie versprüht wird. Würde man beispielsweise versuchen, eine dilatante Flüssigkeit mit einer Kreiselpumpe zu fördern oder mit einer Düse ins Mischgut einzuspritzen, dann würde sich ihre Viskosität erhöhen. Die so eingebrachte dilatante Flüssigkeit ist dann nur unter Schwierigkeiten im Pulver zu verteilen. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie viele kleine Feuchtgranulate bildet, die letztlich nicht mehr auflösbar sind.

Aminosäurebeigaben in Flüssigform wie Asparaginsäure, Glycin, Methionin, Tryptophan, Lysin, Threonin oder Valin verhalten sich tendenziell dilatant.

Eine strukturviskose Flüssigkeit hingegen reagiert auf eine Scherbeaufschlagung völlig anders: Ihre Viskosität verringert sich und das Pumpen und Versprühen unterstützt daher die Verteilung maßgeblich.

Wasser oder Speiseöl hingegen verhalten sich newtonisch. Sie behalten ihre Viskosität weitgehend bei – unabhängig von etwaigen Schereffekten. Das gilt beispielsweise auch für viele wässrige Lösungen.

Falls die Gleichverteilung im Mischer Probleme bereitet, können bestimmte flüssige Aminosäuren auch in pulvriger Konsistenz bezogen werden. Zumeist ist die Pulverform jedoch teurer und ihre Beimischung weniger gut automatisierbar.

Eine Nachbehandlung unterhalb des Mischers kann die Prozesszeit verkürzen

Werden die Zykluszeiten sehr kurz gewählt, müssen sämtliche Flüssigstoffzugaben entsprechend schnell in den Mischer gepumpt werden. Nach kurzer Mischzeit liegt im amixon® Doppelwellenmischer ein homogenes Produkt vor. Aber es können noch vereinzelt Agglomerate (Durchmesser 2 bis 5 mm) vorhanden sein. Diese Feucht-Agglomerate sind zwar homogen im gesamten Mischraum gleichverteilt, aber noch nicht vollständig im Mischfutter dispergiert. Um sie mit den hochtourig drehen Schneidrotoren restlos zu verteilen, müsste der Mischprozess verlängert werden, obwohl die Mischgüte erreicht ist. Eine Nachbehandlungs-Methode hat sich in diesem Fall als energiesparender etabliert.

Um Agglomerate vollständig zu zerkleinern, macht es Sinn, unterhalb des Mischers einen sogenannten Finisher zu installieren. Das Mischgut passiert den Finisher kontinuierlich mit hoher Durchflussgeschwindigkeit. Der spezifische Energieeintrag ist minimal. Auch in kleinsten Volumenteilchen können dann alle Flüssigstoffanteile in der richtigen Zusammensetzung nachgewiesen werden.

Zwei verschiedene Formen der Flüssigstoffbeigabe im selben Pulvermischer

Das nachstehende Bild zeigt das untere Ende eines amixon® Konusmischers mit zwei unterschiedlichen Systemen für die Flüssigstoffbeigabe. Rechts sehen Sie, wie mit einer Einstoffdüse die Flüssigkeit in den Aktivbereich des High-Shear Aggregates eingespritzt wird. Hier geschieht die Flüssigstoffverteilung durch Scherung und Desagglomeration.  

Nicht immer muss der Mischzyklus so schnell erfolgen. Dann können die Flüssigstoffe ins Mischgut injiziert werden oder aber fein versprüht werden.

Zwei Methoden der Flüssigstoffbeimischung ins pulvrige Mischgut - © by amixon GmbH

Links zu sehen eine Zweistoffdüse. Das mit Druck in den Mischraum eingetragene Gas zerstäubt die Flüssigkeit in mikrofeine Tröpfchen und fluidisiert zugleich die vorbeiströmenden Mischgüter im Zielbereich der Düse. Aus der Gas-Verwirbelung entsteht ein feiner, benetzender Nebel. So ist es möglich, sehr kleine Flüssigstoffmengen in große Pulverchargen gleichmäßig zu verteilen. Das Mischgutbett wirkt wie ein Absorber für den aufsteigenden Nebel. Das Fluidisierungs-Gas verlässt das Schüttgut mit stark reduzierter Geschwindigkeit. Das Schüttgutbett fungiert als Staub- und Flüssigkeitsabsorber.

Beide Verfahren, das besonders schonende Zweistoffverfahren (links) und die „Heavy-Duty-Methode“ (rechts) können wahlweise oder zeitgleich im selben Mischer stattfinden. Dieser konisch gestaltete amixon® Mischer toleriert darüber hinaus stark schwankende Füllgrade.

amixon® steht als ein Synonym für Präzisionsmischer mit vertikal gelagerten Mischwerkwellen

Innerhalb eines zylindrischen Mischgefäßes rotiert ein wendelartiges Mischwerkzeug, welches zentral, ausschließlich oben angetrieben und gelagert ist. Die Beschickung der Mischgüter erfolgt von oben, die Entleerung des Mischers geschieht unterhalb, indem sich eine komplanar mit der Ebene des Mischraumbodens verschließende Klappe öffnet. Dabei handelt es sich um eine totraumfrei arbeitende Verschlussklappe, die innerhalb eines Stutzens elektropneumatisch geöffnet und geschlossen wird. Sämtliche Produkt berührten Bauteile sind sorgfältig verschweißt und verschliffen ebenso wie das Mischwerkzeug. Schaufelartig gestaltete Arme tragen die Mischwerkwendel, die hier in der „Konkav“-Ausprägung gefertigt worden ist.

© by amixon GmbH

Wahlweise ist das Mischwerkzeug vollständig beheizbar, dann sind sowohl die Mischwerkwelle, die Arme als auch die Mischwerkwendel doppelmantelig ausgeführt. Das Thermalfluid temperiert das gesamte Mischwerkzeug. Als Thermalfluide können Dampf, Wasser oder Thermalöl genutzt werden. Das Mischwerkzeug erzeugt eine raumbeherrschende Total-Verströmung ohne Toträume. Zuweilen ist es nötig, zu desagglomerieren oder Flüssigstoffzugaben besonders wirksam im Pulver zu verteilen. Dann kommen die Zerhacker-Werkzeuge oder HighShear Blades zum Einsatz, die partiell eine hohe Leistungsdichte im Pulver freisetzen. In der Abbildung unten ist das Strömungsprinzip dargestellt. Insofern sind amixon® Doppelwellenmischer universell für nahezu alle Produktarten gut geeignet. Unerheblich ist dabei, ob die Güter granulatig, staubig, faserig, trocken, feucht, pastös, flüssig, gut oder schlecht fließend sind. Das Mischwerkzeug ist so beschaffen, dass es nach ca. vier bis fünf Umdrehungen den gesamten Inhalt einmal umgeschichtet hat. Dieses Strömungsprinzip wird auch Kesselströmung genannt. Regelmäßig liegt nach wenigen Umdrehungen überall im Mischraum eine homogene Gleichverteilung aller Komponenten vor; man spricht von einer idealen Mischgüte, die in der Praxis nicht mehr verbesserbar ist.

Der unten dargestellte Doppelwellenmischer nimmt eine Sonderstellung ein. Er besteht aus zwei Einwellenmischern, die ineinander verschoben sind. Die Mischwerkzeuge agitieren weit ins Zentrum der jeweils gegenüberliegenden Mischräume. Doppelwellenmischer halbieren in etwa die Mischzeit und den Energieeintrag und stellen die Premiumklasse dar.

Doppelwellenmischer Typ HM und Strömungsprinzip dreidimensionale Umschichtung - © by amixon GmbH

Mineralstoffmischungen

Eine Sonderform der Futterergänzung sind die sogenannten Mineralstoffaufbereitungen. Sie werden in kleinen Anteilen dem Mischfutter der Nutztiere beigemischt. Die Rezepturen sind speziell auf die Bedürfnisse von Rindern, Schweinen, Pferden und Geflügel abgestimmt. Dabei handelt es sich um Kalk und Wirkstoff-Mischungen, die wahlweise Eisen, Vitamin C, Kalzium, Zink, Jod, Kupfer, Selen, Chrom, Fluor, Kalium, Natrium, Magnesium oder Phosphor enthalten. Da sie als minore Wirkstoffkomponenten im Mischfutter fungieren, müssen sie besonders homogen und gut verteilbar sein. Um sie staubarm zu machen, werden sie zum Teil verkapselt oder agglomeriert. Auch für diese Produkte ist das Bestreben, eine klumpenfreie und staubfreie Ware mit höchster Mischgüte zu erzielen.

Unabhängig davon, mit welchem amixon® Mischer gearbeitet wird - mit einem Einwellenmischer oder Doppelwellenmischer - werden in jedem Fall immer ideale Mischgüten erreicht. Die beiden Mischerbauarten unterscheiden sich lediglich in der benötigten Mischzeit und dem damit einhergehenden Energieeintrag.

Soll der Energieeintrag minimiert werden, gibt es (bis auf den KoneSlid® - Mischer) keine Alternative zum Doppelwellenmischer:
Er

  • erzielt eine ideale Mischgüte in sehr kurzer Zeit
  • verströmt die Güter besonders schonend bei minimaler Energieeintragung
  • weist eine niedrige und besonders kompakte Bauform auf
  • kann differierende Füllgrade beherrschen
  • weist besonders gute Zugänglichkeit auf und ist ideal hygienisch gefertigt.
  • ist geeignet für alle Arten trockener, feuchter und suspendierter Güter
  • kann besonders gute Restentleerung bewerkstelligen
  • kann wahlweise auch mehrere Ausflussstutzen aufweisen.
  • hat wie alle amixon®-Mischer eine Mischwerkwelle, die nur oben gelagert und angetrieben wird.

Milchaustauschfutter

Werden die Kälber im fortgeschrittenen Alter von den Mutterkühen getrennt, steht das Euter der Mutterkuh für die Ernährung nicht mehr zur Verfügung. Spezielle Trockenmilchderivate werden mit Fett, Spurenelementen und Vitaminen angereichert. Das Fertiggemisch wird in kleine Gebinde verpackt. Bedarfsgerecht wird die Ware dann in Wasser suspendiert oder gelöst und ist besonders nahrhaft für das Jungtier.

amixon® Mischer HM 4000 mit besonders großer Entleerarmatur - © by amixon GmbH

amixon® Konusmischer Typ AM - © by amixon GmbH

amixon® Konusmischer

Da der Konusmischer schnell mischen sowie schnell und restlos entleeren kann, wird er komfortabel als sogenannter END-OF-THE LINE Mischer eingesetzt. Der Konusmischer entleert dann direkt ins Silofahrzeug oder in die Abfüllmaschine. Im Vordergrund steht seine Fähigkeit, absolute Kontaminationsfreiheit bei der Produktion von sogenannten Medizinalmischungen zu gewährleisten. Reste der vorhergehenden Charge dürfen keinesfalls in nachfolgende Futtermischungen verschleppt werden. Der Konusmischer ist deswegen oft am Ende einer Produktionskette angeordnet. Die Medizinalkomponenten werden direkt in den Mischer hineindosiert, im Mischfutter homogen verteilt und dann restlos ins Endabnehmer-Gebinde ausgetragen.

 

Hier lauten die Anforderungen:

  • ideale Mischgüte,
  • kurze Mischzeit,
  • exzellente, gründliche Restentleerung,
  • schnelle Entleerung,
  • große Inspektionstüren – gute Zugänglichkeit und
  • besonders hygienische Ausführung.

 Darüber hinaus weist dieser Mischer noch eine Spezialität auf: Er kann wahlweise chargenweise oder kontinuierlich betrieben werden.

amixon® Kontinuierlich-Mischer AMK 400 - © by amixon GmbH

amixon® Kontinuierlich-Mischer AMK 10 000; Massenstrom bis 120 t/h - © by amixon GmbH

Funktionsbeschreibung des Kontinuierlich-Mischers Typ AMK

Am Anfang ist die Austragsvorrichtung des Mischers geschlossen. Alle gravimetrisch arbeitenden Dosierorgane werden gleichzeitig mit geringem Massenstrom gestartet und gleichen sich automatisch zueinander ab. Dabei werden auch etwaige Dosierfehler vom Dosierstart korrigiert. Der Füllgrad des Mischers steigt kontinuierlich an, wobei der Mischerantrieb erst bei ungefähr halber Füllmenge startet, um das Mischgut zu schonen.

Wenn

  1. alle Dosierorgane ihren stationären Betriebspunkt erreicht haben und
  2. die rezepturgemäße Eintragung erreicht wurde sowie
  3. der gewünschte Füllgrad im Mischer vorliegt,

öffnet das Austragsorgan langsam und ideal gemischtes Produkt wird kontinuierlich aus dem Mischer ausgetragen. Wahlweise können die Dosierströme nun unter stetigem Abgleich gesteigert werden.

Bereits vom ersten Gramm bis zum Ende der Mischkampagne wird nur ideal gemischtes Produkt produziert. Typische Dosierschwankungen beim Start werden vom System selbst korrigiert. Etwaige unbeabsichtigte Dosierschwankungen werden bestmöglich kompensiert.

Der oben dargestellte amixon® Kontinuierlich-Mischer AMK 10000 ruht auf Wägezellen, und die darüber installierten Förderer sind hoch genau arbeitende gravimetrische Dosiersysteme. Wird der Mischer kontinuierlich betrieben, leistet er bis zu 120 t/h. Der Massenstrom kann aber auch auf 20 t/h reduziert werden. Wird derselbe Mischer chargenweise betrieben, kann er differierende Chargen von 1 m³ bis 10 m³ ideal und genau mischen.

Das kann beispielsweise notwendig sein, wenn Kleinaufträge zu erfüllen oder Vormischungen aus besonders vielen Komponenten herzustellen sind, die anschließend im Kontinuierlich-Verfahren in den Finalmischungen verteilt werden sollen.

Die folgende Checkliste kann bei der Entscheidung helfen, ob ein kontinuierliches oder chargenweise Mischverfahren in einem zukünftigen Bedarfsfall zu bevorzugen ist.

Ein kontinuierlicher Mischprozess ist zumeist dann vorteilhaft

  • wenn eine kurze definierte Verweildauer gefordert ist; z. B. definierte Desagglomeration, spontane Aufbaugranulation bei Flüssigstoffzugabe, oder spontane chemische Reaktion mit Wärmeableitung;
  • wenn die Rezepturen standardisiert sind und die Qualitäten der Komponenten gesichert sind;
  • wenn die Rezeptur aus wenigen Komponenten besteht;
  • wenn große Mengen gleichen oder ähnlichen Produktes hergestellt werden, möglicherweise sogar dreischichtig (Massengüter wie Basisnährmittel in Getreide-Mühlen;
  • wenn ein hoher Automationsgrad gefordert wird.
  • Moderne Produktionen sind heute weitgehend automatisiert. In der Regel ist die Automatisierung eines Kontinuierlichen Mischprozesses einfacher.

Ein Chargen-Mischprozess ist vorteilhaft

  • wenn es sich um komplexe Aufbereitungsvorgänge handelt, zum Beispiel Multistep-Mischvorgänge oder Mischvorgänge mit Überdruck oder Vakuumanlegung;
  • wenn sich Eigenschaften (wie Farbe, Konsistenz, Viskosität, Partikelgröße) der Einzelkomponenten ändern, das Mischen vor der Abfüllung analysiert wird und gegebenenfalls Komponenten nachträglich einzumischen sind;
  • wenn in der Rezeptur viele Komponenten enthalten sind;
  • wenn es sich um individuelle Mischaufträge handelt und sich die Rezepturen häufig ändern;
  • wenn eine hundertprozentige Chargenkontrolle erfolgen muss.

Die Entscheidung ist jedoch immer individuell - oftmals im Kontext der betrieblichen Historie, der Branche, der Kunden- und Auftragsstruktur, dem Wettbewerbsumfeld sowie der strategischen Ausrichtung betriebseigener Entwicklungen. Die aufgezählten Entscheidungshilfen sind daher ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Je nach Anwendung können viele weitere Kriterien eine Rolle spielen und etwaige Nachteile sollten gleichermaßen thematisiert und gewichtet werden, wenn eine Neuanlage auf der grünen Wiese geplant wird.

Extrem schnelles Mischen und Entleeren mit dem KoneSlid® Mischer

Bei der Mischerauswahl sei noch eine Neuentwicklung von amixon® erwähnt: ein Konusmischer mit spezieller Entleervorrichtung. Auch diese amixon® Mischmaschine sorgt für ideale Mischgüten. Sie kann überall da eingesetzt werden, wo ein besonders schneller Chargenwechsel bei minimaler Zykluszeit gefordert und eine schnelle restlose Entleerung werden. Beim KoneSlid® Mischer sind Zykluszeiten von drei Minuten eher die Regel als die Ausnahme.

amixon® KoneSlid® Mischer KS 400 mit sekundenschneller Totalentleerung - © by amixon GmbH

amixon® Gyraton® Mischer für besonders große Chargen

Für besonders große Chargen eignet sich eine weitere Neuentwicklung von amixon®. Dieser Mischer trägt den Namen Gyraton®. Er dient der schonenden, aber genauen Homogenisierung großer Einzelchargen des gleichen Produktes. Oft werden die Rohwaren containerweise angeliefert. In einem 40 Fuß Container können bis zu 70 m³ Mischgut transportiert werden. Bei der Anlieferung handelt es sich möglicherweise um differierende Chargen derselben Ware. Eine Probenahme zum Zweck der Qualitätsbestimmung ist deshalb nicht möglich, solange die Ware inhomogen vorliegt.

Traditionell werden zum Zweck der Groß-Chargenhomogenisierung hoch aufbauende Mischsilos oder Konusmischer mit orbital bewegten Misch-Schnecken eingesetzt. Im Gegensatz dazu weist ein Gyraton®-Mischer für 70 m³-Chargen mit 8,7 m Bauhöhe vergleichsweise kompakte Abmessungen auf.  Er beherrscht alle Füllgrade bis 70 m³ und kann darüber hinaus bequem begangen und inspiziert werden.

Ein Gyraton®-Mischer hat einen vergleichsweise kleinen Antrieb; die elektrische Anschlussleistung ist gering. Dafür dauert der Mischvorgang etwas länger. Eine Mischwerkwendel fördert die Mischgüter in der bekannten Art aufwärts und lässt sie durch die Schwerkraft abwärts fließen. Der Wirkdurchmesser der Wendel verjüngt sich nach unten.

Um dennoch alle Bereiche des Mischraumes zu erfassen, wird das rotierende Mischwerkzeug taumelnd so im Kreis geführt, dass die Wendel die gesamte Wandung bestreift.


amixon® Gyraton® Mischer; kleine Antriebsleistung für effiziente, sanfte Großchargen-Homogenisierung - © by amixon GmbH

Schüttgüter verhalten sich signifikant anders als Flüssigkeiten. Der Druck einer Wassersäule steigt proportional zur Füllhöhe und bleibt nahezu konstant, auch wenn sich das Mischwerkzeug dreht. Befindet sich ein Schüttgut anstelle des Wassers im Mischer, dann wird ein Großteil der Schüttgutlast durch die Wandreibung am Zylinder getragen. Das ändert sich aber schlagartig, wenn das Mischwerkzeug rotiert. Die Reibkraft der Partikel gegenüber der Zylinderwandung wird verzehrt und der Staudruck nimmt zu. Der Staudruck wirkt der Bewegung des Mischwerkzeuges entgegen. Dieser Staudruck erhöht sich mit zunehmender Füllhöhe überproportional. Normalerweise sind deshalb besonders große Antriebs-Drehmomente notwendig.

Anders verhält es sich im Gyraton®-Mischer. Der Durchmesser der Mischwerk-Helix verringert sich und entspricht unten nur noch dem halben Gefäßdurchmesser. Das Antriebsdrehmoment und die Umfangsgeschwindigkeit sind an der Stelle des maximalen Staudrucks halbiert, weshalb die Antriebsdrehmomente ebenfalls geringer sind.

Die Anforderungen an einen Futtermittelmischer können sich je nach Art des Mischfutterbetriebes signifikant unterscheiden.

Deshalb ist vor dem Erwerb eines Mischers die Betriebs- und Produktionssituation gründlich zu evaluieren.

Anforderungskriterien können beispielsweise sein:

  • Stark differierende Füllgrade kommen vor/ kommen nicht vor
  • Partikelschonendes Mischen ist notwendig/ nicht notwendig
  • Flüssigstoffverteilung auch bei geringem Füllgrad erforderlich
  • Besonders schonende Flüssigstoffverteilung notwendig
  • Intensiv desagglomerierende und besonders schnelle Flüssigstoffverteilung soll erfolgen
  • Sehr schnelles Restlosentleeren erforderlich
  • Langsame oder taktweise-portionierende Entleerung erwünscht
  • Bestmögliche Restlosentleerung
  • Entleerung in mehrere Abfüllmaschinen wahlweise oder gleichzeitig gefordert
  • Möglichst niedrige Anschlussleistung gefordert
  • Besonderer Verschleißschutz gefordert
  • Mischer soll auch für die Verfahrens- und Produktentwicklung eingesetzt werden und ist deshalb. besonders variabel einsetzbar
  • Überwiegend liegt eine Monoproduktion vor
  • Unterschiedliche Mischaufträge sollen in schneller Abfolge erfolgen
  • Ergonomische Zugänglichkeit für schnelle Trockenreinigung gefordert
  • Schnelle Nassreinigung und Trocknung soll häufig erfolgen
  • Flüssigstoffe sollen in Pellets imprägniert werden
  • Druck- oder Vakuumdichtigkeit des Mischraumes erforderlich
  • Fertigmischung liegt mit differierenden Schüttdichten vor von .... kg/dm³ bis zu .... kg / dm³
  • Mischgüter sollen im Mischer temperiert werden
  • Im Mischer soll ein Gaseintrag stattfinden


amixon® Syntheseraktoren (Boden flach oder konisch)

Um die Auswahl zu vervollständigen, sollten auch die zwei druck- und vakuumfesten amixon® Mischer mit Doppelmantel betrachtet werden. Apparate dieser Bauart sind interessant,

  • wenn ein organisches Produkt mit Sattdampf sterilisiert werden soll;
  • bei der Aufbereitung von Penicillinen oder
  • wenn enzymatische Fermentationen oder
  • Vakuum-Trocknungen stattfinden;
  • wenn poröse Schüttgüter (Pellet-Extrudate) mit höherviskosen Flüssigstoffen porentief zu imprägnieren sind. (Vakuumanlegung macht die Poren gasfrei; leichter Druckaufbau stabilisiert die Imprägnierung)

amixon® Vakuumtrockner, Synthesereaktoren - © by amixon GmbH

amixon® Werkstechnikum in Paderborn

Alle vorgestellten Präzisionsapparate können im Technikum der amixon GmbH ausgiebig getestet werden. Auf Wunsch können die Testmischer auch für Versuche vor Ort beim Kunden eingesetzt werden. Beste Resultat werden vorab zugesichert, ebenso wie ein hoher Erkenntnisgewinn mit tieferen Einblicken in die Abläufe eines modernen Apparatebaus.


Fabrikationsprogramm der amixon GmbH - © by amixon GmbH

Statements verschiedener mittelständischer Inhaber von Futtermittelbetrieben

Welche Unterschiede sehen Sie in der Futtermittelproduktion/ Mineralstoffaufbereitung oder der Produktion von Heimtiernahrung?

Futter für landwirtschaftliche Nutztiere hat als Produktionsmittel eine vielfach größere Bedeutung und auch entsprechend größere Umsätze als beispielsweise Pet Food (Heimtiernahrung). Denn das Futter für die Tierernährung ist das wichtigste Produktionsmittel für die Landwirtschaft, da die Landwirte den größten Teil ihres Einkommens normalerweise aus den Erlösen für Schweinefleisch, Rindfleisch, Geflügelfleisch sowie aus Milch und Eiern beziehen.

Mineralstoffmischungen bestehen nicht aus Nährstoffen wie Stärke, Zucker, Fett und Proteinen (Aminosäuren), sondern sie enthalten anorganische Elemente wie Kalzium, Magnesium- und Phosphorverbindungen sowie die notwendigen Spurenelemente. Darunter fallen Metallsalze und Verbindungen wie Eisenfumarat, Kupfersulfat, Zinkoxyd. Auch Jod und Salz (NaCl) sind Spurenelemente, die in den natürlichen Futterrohstoffen, dem Getreide oft nicht in optimalen Mengen enthalten sind.

 

Unterscheiden sich in Deutschland hergestellte Futtermittel von in Europa oder den USA produzierter Tiernahrung?

Grundsätzlich werden überall die gleichen optimalen Werte angestrebt. Erreicht werden diese aber durch einen unterschiedlichen Komponentenmix, denn in südlicheren, wärmeren Ländern gedeihen protein- und fettreiche Rohstoffpflanzen – beispielsweise Soja und Erdnüsse - besser als in kühleren Zonen der Erde. Hier in Mitteleuropa haben wir dagegen sehr gute Getreideböden und ausreichende Niederschläge. Unsere Hektarerträge an Getreide sind bedeutend höher als beispielsweise in den USA. Europa exportiert deshalb auch mehr Getreide als die USA. Dafür importieren wir mehr Proteinkomponenten. Die Formel für Mastviehfutter in den USA ist „Getreide plus Soja plus Mineralstoffe“, während sie bei uns eher „Getreide plus Soja plus Raps plus Aminosäuren plus Mineralisierung“ lautet. Insofern gibt es regionale Unterschiede, ja.

 

Für hochwertige Futtermittel werden hochwertige Rohstoffe benötigt. Wie lösen die Futtermittelbetriebe diese Herausforderung?

Durch die hohe Leistungsfähigkeit moderner Mähdrescher hat sich die Erntezeit von etlichen Wochen auf wenige Tage reduziert. Auch regenreiche Sommer haben zumindest einige, wenn auch wenige Sonnentage, so dass Getreide zumeist trocken geerntet werden kann. Die trockene Einlagerung begünstigt die Qualität der Lieferungen aus der nächsten Umgebung.

Leistungsstarke Großhändler, Makler und Importeure sind oft spezialisiert auf wenige Kernkomponenten und helfen Engpässe zu vermeiden. Die Verfügbarkeit guter Qualitäten ist also in den meisten Jahren kein großes Problem.

Das Problem für alle ist eher der günstigste Zeitpunkt für den Kaufabschluss. Denn die Preise sind oft hochgradig volatil.  

Zum Thema Qualität sei noch erwähnt: Unmittelbar nach der Anlieferung wird das Getreide durch Windsichtung, sowie Schwer- und Großteilauslese gereinigt. Einige, wenige Betriebe nutzen die besonders effektive Trommelsiebreinigung. Damit kann man unerwünschte Anhaftungen vom Getreidekorn beseitigen wie beispielsweise Sand, Erde und insbesondere auch Mikroorganismen.


Zur Futtermittelherstellung werden fast ausschließlich physikalische Prozesse angewandt: Trennen anhand der Partikelgrößendifferenzen oder Dichteunterschiede, Reinigen, mechanisches Zerkleinern, Mischen, Pelletieren und gegebenenfalls Imprägnieren. Scheiden Fermentationsverfahren wegen zu hoher Verweildauer und Kosten aus?

Nein, nicht direkt. Die Trockenverarbeitung wird vor allem aufgrund der besseren Lagerbarkeit bevorzugt. Außerdem verarbeiten viele Landwirte ihr hofeigenes Getreide selbst. Und das ist im Trockenzustand deutlich einfacher, sodass Fermentationsverfahren für die Futtermittelzubereitung nicht infrage kommen.

Bis maximal 13 Prozent Feuchtigkeit ist gekühltes Getreide langfristig lagerfähig. Feuchtere Futter und Futterkomponenten verderben sehr schnell. Mithilfe von Propionsäure lässt sich dieser Prozess (in Grenzen) bremsen.

 

Woher kommen die Qualitätsunterschiede bei den Futtermitteln?

Zu Beginn der Prozesskette steht der qualitätsbewusste Einkauf der Komponenten. Qualifikation, Erfahrung und Fortbildung der mit der Optimierung der Futterkomponenten-Rezeptur betrauten Mitarbeiter sind besonders wichtig, denn viele Qualitätskriterien lassen sich allein in Zahlen nicht ausdrücken.

Notwendig sind außerdem optimal geeignete und zuverlässige Produktionsmaschinen zum: Reinigen, Sieben, Verwiegen, Vermahlen, Mischen, Pressen und Granulieren – alles muss optimal funktionieren. Das Resultat zeigt sich letztlich als Erfolg im Stall.

 

Spielen auch die Partikelform und -größe eine Rolle bei der Futtermittelqualität?

Selbstverständlich! Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Art der Zerkleinerung der Rohstoffe die Verdaulichkeit und somit die Gesundheit der Tiere maßgeblich beeinflusst. Werden Partikel zerkleinert, vergrößert sich deren Oberfläche und die Wirkmechanismen der Verdauung und des Stoffwechsels werden begünstigt. Unerwünscht aber sind Feinstanteile im Schrot, da diese beim Schwein zu Magenschleimhautentzündungen und Geschwüren führen können.

Während eine klassische Hammermühle die Getreide zwar wirkungsvoll zerkleinert, verrundet sie aber die Bruchkanten der Partikel. Wird die Zerkleinerung hingegen mit einem Doppel-Brech-Walzenstuhl durchgeführt, bleiben Bruch- und Scherkanten im zerkleinerten Mischfutter erhalten; darüber hinaus wird der Staubanteil signifikant verringert. Insofern trägt die Verfahrenstechnik der Zerkleinerung zu einem gesunden Magendarmtrakt der Nutztiere bei. Ein Doppel-Brech-Walzenstuhl liefert darüber hinaus ein besonders einheitliche Korngrößenverteilungen, was bei der Geflügelfütterung besonders wichtig ist. Sie erkennen, schon die Art der Rohstoffzerkleinerung beeinflusst die Futtermittelgüte.

 

Welchen Anteil hat der Mischer an der Futtermittelqualität?

Von Mischer erwarten wir ebenfalls eine schonende Arbeitsweise und dass er die Bruchkanten der Partikel nicht verrundet und keinen zusätzlichen Feinanteil erzeugt, denn das trägt direkt zur Gesunderhaltung der Nutztiere bei. Entscheidend ist außerdem, dass das Mischgut, das den Mischer verlässt, ideal homogen ist und keine Erwärmung erfahren hat.

Da wir viele verschiedene Mischaufträge nacheinander fahren, ist außerdem die Restlosentleerung des Mischers und die der Anlage ein wichtiger Qualitätsaspekt. 4,5 t-Chargen müssen in wenigen Sekunden auf mindestens 1000 g restlos entleert sein. Dieses Kilo entspricht dann 0,22 Promille Restverbleib und bedeutet, dass die Charge praktisch verschleppungsfrei vermischt wurde.

Darüber hinaus ist für uns der Energieverbrauch ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Je effektiver der Mischer arbeitet, desto geringer ist die Mischzeit.

 

Wo wird die Reise für Futtermittelbetriebe in Zukunft hingehen? Sind in Ihren Augen Trends erkennbar?

Nahrung ist das dringendste menschliche Grundbedürfnissen. In Zukunft werden Futtermittelbetriebe ihren Fokus noch mehr auf Nachhaltigkeit richten.

Der Strukturwandel in der deutschen Agrarwirtschaft wird auch die Futtermittelbranche nachhaltig beeinflussen: Es geht künftig nicht nur um mehr Output, sondern auch um eine höhere Qualität.

Zudem sind auch Auswirkungen der Tierwohldebatte zu erwarten. Futtermittel können einen bedeutenden Beitrag zum Tierwohl leisten. Sie können außerdem die Umweltbelastung der Tierhaltung reduzieren und zum Naturschutz beitragen. Bei der Fütterung gibt es exzellente Möglichkeiten, die Stickstoff (N)- und Phosphor (P)-Ausscheidungen zu reduzieren. Das tut dem Ackerland gut und schont unser Trinkwasser.

In Zukunft wird der Verbraucher von uns außerdem gentechnikfreie Rohstoffe, ebenso wie vollständig abbaubare Pflanzenschutzmittel sowie Mineraldünger erwarten.

 

Welche Veränderungen beobachten Sie in der Struktur ihrer Kunden, der Landwirtschaft?

Insgesamt ist die Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft – und auch bei den Mastbetrieben – rückläufig. Der Trend zu Großbetrieben (+ 35% zwischen 2010 und 2019) ist ungebrochen, aber die Zahl kleinerer und mittlerer Mastbetriebe nimmt ab.

Die Großbetriebe wachsen zwar in ihrer Größe immer weiter, können den Trend aber nicht vollständig ausgleichen. Wir verzeichnen deshalb insgesamt einen leichten Negativtrend in den deutschen Tierbeständen.

 

Welche Futtermittel-Rohstoffe setzen Sie ein und woher kommen diese?

In der Futtermittelherstellung werden Nebenprodukte aus der Stärkeherstellung verwendet. Dazu zählt u. a. Maisarin (Maiskleber, ein proteinhaltiges Nebenprodukt bei der Stärkegewinnung aus Mais), Weizenkleie und Weizenfuttermehl (Weizenstärke) und Getreideschlempe. (Getreideschlempe ist ein Nebenprodukt der Bioethanol-Herstellung).

Auch Nebenprodukte der Zuckerherstellung kommen als Futtermittel zum Einsatz. Beispielsweise in Form von Melasse und Zuckerrübenschnitzel.

Die Wissenschaft ist bemüht, neue Rohstoffquellen für Futtermittelmischungen zu erschließen. Eine Alternative könnten Insekten (z. B. Heuschrecken, Larven der Soldatenfliege) im Tierfutter sein. Das ist weniger gruslig als es klingt, denn Insekten sind phänomenal effiziente Proteinerzeuger und könnten unseren Import von Soja reduzieren. Auch Algen bieten sich als eine mögliche Alternative zu Sojaschrot an.

Aktuell werden beide Alternativen getestet. Um die natürlichen in den Futterrohstoffen vorhandenen Phosphate und Nichtstärke-Polysaccharide für das Tier verfügbar zu machen, werden natürliche Enzyme eingesetzt.

Auch andere Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelproduktion kommen in der Mischfutterherstellung zum Einsatz: beispielsweise Keksbruch oder Rapsschrot aus der Rapsölherstellung oder getrockneter Apfeltrester, der bei der Herstellung von Apfelsaft entsteht, ebenso wie Weizenkleie, die als Nebenprodukt der Weizenmehlherstellung anfällt.

 

Die Nährstoffgehalte der Rohstoffe können bei dieser Bandbreite an Rohstoffquellen sicher variieren. Doch sie genau zu kennen, ist sicher eine Voraussetzung für die optimale Zusammensetzung der Futtermittelmischung?

Das ist richtig. Futtermittelmischbetriebe nutzen dafür meist Nah-Infrarot-Spektroskopie Systeme (NIRS). Infrarotes Licht im Frequenzbereich von 800 bis 2500 nm wird durch die Nährmittelprobe geschickt. Gemessen wir der Frequenzbereich der absorbierten und der reflektierten Strahlung. Das NIRS ist eine etablierte Analysemethode für die Inhaltsstoffe von Feldfrüchten, Trockenstoffmassen, Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Stärke. Sogar ein etwaig vorhandener Pathogenbefall der Ausgangsstoffe für die Futtermittel kann so mit hoher Sicherheit erkannt werden.

In kritischen Zeiten erfasst ein Mischfutterbetrieb mehrmals täglich aktuelle Preise und Verfügbarkeiten aller Protein- und Energiespender und speichert die Daten. Ein leistungsfähiges Optimierungsprogramm berechnet iterativ aus diesen tausenden Datensätzen Mischresultat und macht Vorschläge, wie eine Futtermittelrezeptur optimal zusammengesetzt werden sollte. Dabei werden als Randbedingungen Einkaufspreis, Verfügbarkeit und der Bedarf der Nutztiere berücksichtigt.

 

Wie lange sind die Futtermittel nach der Herstellung haltbar? Oder sollten sie direkt in die Fütterung gelangen?

Im Normalfall werden die Mischfutter innerhalb weniger Tage verfüttert, so dass Oxydation keine Rolle spielt. Zu 99 % bekommen die Kunden Ihre Ware per Silo-Lkw. Das Mindesthaltbarkeitsdatum lautet 3 Monaten. In der Regel wird die Ware innerhalb weniger Tage verbraucht.

 

Wie groß ist die Bedeutung von Analytik und Beratung für Landwirt und Futtermittelhersteller?

Analytik und Beratung spielt für uns eine wichtige Rolle, denn nur so können die Futtermittel optimal auf die einzelnen Wachstumsphasen und Betriebe abgestimmt werden. Durch häufige Analysen und Kontrollen des Futters kann die Qualität bestmöglich gesichert und weiter optimiert werden. Zudem können auf Wunsch individuelle Mischungen für jeden Betrieb erstellt werden. Verschiedene Tierrassen können beispielsweise unterschiedliche Anforderungen an das Futter stellen. In der Praxis äußert der Landwirt bei seinem Berater seine individuellen Wünsche und erhält dann die optimale Futtermittelrezeptur für seinen Betrieb. Viele landwirtschaftliche Betriebe setzen Nebenprodukte wie Keksbruch, Brot und Schokolade zusätzlich zum hofeigenen Getreide ein. Die jeweiligen Mengen und Inhaltstoffe werden dann auch von uns analysiert, um das passende Ergänzungsfutter empfehlen zu können.

 

In Futtermittelbetrieben werden täglich viele hundert Tonnen Rohstoffe angeliefert. Ebenso große Mengen an Futtermitteln werden abtransportiert. Die passende Logistik dazu ist mit Sicherheit eine Herausforderung ...

Unsere optimal angepasste Logistik ist Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Dieses Thema steht immer wieder auf den Prüfstand.

Die Rohware wird größtenteils durch fremde Dienstleister (Spediteure) angeliefert, ein Teil des Getreides kommt von ortsnahen Landwirten. Der Rest wird zugekauft.

Fertigfutter und Ergänzungsfutter an landwirtschaftliche Betriebe liefern wir mit eigenen Fahrzeugen und ortskundigen Fahrern aus, die auch informelle Nebenaufgaben erfüllen und so den Informationsaustausch mit dem Landwirt aktualisieren und pflegen. Sollte saisonabhängig der Futtermittelabsatz zurückgehen, werden die eigenen Fahrer auch dafür eingesetzt, Rohware zu holen.

 

Welche Wünsche oder Ratschläge für Apparatehersteller, Landwirte oder die Politik haben Sie?

Von den Maschinen- und Apparateherstellern wünschen wir uns einen möglichst geringen Energieverbrauch und eine lange Lebensdauer der Anlagen. Pro Jahr werden viele hunderttausend Tonnen Mischfutter produziert. Deshalb messen wir dem Verschleißschutz eine hohe Bedeutung bei.  
Wichtige Ersatzteile müssen in kürzester Zeit zu fairen Preisen verfügbar sein. Dazu zählen passende Getriebe, Motoren, Zahnriemen, Wälzlager etc. Zudem erwarten wir vom Apparatehersteller, dass Instandsetzungsarbeiten - falls notwendig - auch an Sonn- und Feiertagen ausgeführt werden.
Je besser unsere werkseigenen Schlosser durch die Maschinenausrüster bezüglich Werterhaltung und Instandsetzung geschult sind, umso sicherer und besser können sie selbst die wichtigen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführen.

 

Was würden Sie sich von Ihren Kunden, den Landwirten, wünschen?

Langfristig zahlt sich Futterqualität immer aus, sie gibt Sicherheit bei der Tiergesundheit und sorgt für konstant gute Leistungen der Tiere.

Unser täglicher Produktionsablauf würde sich besser planen und kostengünstiger gestalten lassen, wenn die Kunden ihre Bestellungen zwei Tage vor dem Liefertermin aufgeben würden. Von der Erfüllung dieses Wunsches hätten wir beide Vorteile.

 

Sie hatten bereits die Tierwohldebatte als ein wichtiges Kriterium für zukünftige Trends angesprochen. Welche Wünsche aber haben Sie als Futtermittelhersteller an die Politik?

Gesetzliche Auflagen und Anforderungen zu den der Haltungsbedingungen von Nutztieren müssen in Europa einheitlich geregelt und geprüft werden. Nicht nach europäischen Standards erzeugten Lebensmitteln muss der Marktzugang untersagt werden Diese beiden Punkte sind für einen fairen Wettbewerb wichtig, da wir ansonsten die Tierzucht und -produktion in Deutschland verlieren werden.

Die Konsequenz wäre, dass wir weder Kontrolle noch Einfluss darauf hätten, wie unsere Nahrung produziert wird. Ein Beispiel? Die Käfig-Hennenhaltung ist in Deutschland seit elf Jahren verboten, wird aber in einigen EU-Ländern noch heute praktiziert. Sie ist sehr viel kostengünstiger. Das ist innerhalb Europas überhaupt nicht akzeptabel.

Ebenso ist die Planungssicherheit für die Landwirte wichtig. Deshalb müssen Vorgaben zu den geforderten Standards für die Gestaltung der Stallungen nach der gesetzlichen in Kraftsetzung mindestens für den Abschreibungszeitraum zulässig bleiben.

 

Allerbesten Dank für Ihre Einlassungen, die unseren Blick auf diesen wichtigen Industriezweig um viele Facetten bereichert hat.

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