Exkurs – Diätetik und Reformhausprodukte

Gesunde Nährmittel fast ohne Kohlehydrate und ohne Gluten

Der Begriff Diätetik leitet sich von den altgriechischen Worten διαιτητική „Lehre von der Lebensweise“ und δίαιτα díaita „Lebensart, Lebensweise, Lebensunterhalt“ ab. Die Diätetik umfasst alle Aspekte einer geregelten Lebensführung. Damit definiert sie sich als angewandte Ernährungslehre zur physischen und psychischen Gesunderhaltung oder Genesung. Neben ärztlichen Eingriffen und Medikamentengaben zählt sie zu einer von drei medizinischen Therapien.

Den Ursprung der Diätetik vermutet man in Asien. Bereits vor 3000 Jahren diagnostizierte die altindische Medizin, wie die Ernährung und die damit verbundenen Unverträglichkeiten zusammenhängen. Etwa zeitgleich hat man in der traditionellen chinesischen Ernährungslehre die gesundheitsfördernde Wirkung einer ausgewogenen Nährmittelzusammenstellung postuliert.

In Europa entwickelten sich die Grundlagen der diätetischen Lebensform im 4. Jahrhundert v. Chr. unter Hippokrates. Nach der hippokratischen Tradition wird die Diätetik als ein ganzheitliches Salutogenese-Konzept charakterisiert: geregeltes Leben, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung. 

In der römischen Kaiserzeit knüpft Galenos an diesen Grundgedanken an. Er entwickelt daraus die Grundlage der „sechs nicht natürlichen Dinge“ („sex res non naturales“):

  • Licht und Luft (lux et aer)
  • Speis und Trank (cibus et potus)
  • Bewegung und Ruhe (motus et quies bzw. exercitium)
  • Schlafen und Wachen (somnus et vigilia)
  • Absonderungen und Ausscheidungen (secreta et excreta)
  • Anregung des Gemüts (affectus animi bzw. accidentia animae)


Galenos Grundgedanken wurden im Mittelalter unter religiösen Einflüssen fortgeführt. Auf dieser Basis wuchs das allgemeine Interesse an einer diätetischen Ernährung im Einklang mit den Mondkalendarien. Ebenfalls wuchs die Popularität der Gesundheits- und Kochbücher.

In der Renaissance erfuhr die gesunde Ernährungslehre durch die Aufklärung neuen Aufschwung. Die Annahme, dass die einzelnen Bereiche menschlichen Lebens miteinander verbunden sind, wurde zunehmend von differenzierenden und analysierenden Ansichten ersetzt. Ernährungsfragen standen zunehmend im Fokus. Diverse neue Ernährungslehren erweckten zu dieser Zeit wachsende Aufmerksamkeit. Dazu zählt auch die Makrobiotik. Christoph Wilhelm Hufeland verfasste 1796 das Werk „Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“.

Die Bedeutung von Diätetik hat sich gewandelt

Heute steht Diätetik auch für die punktuelle Beratung und Versorgung von gesundheitsbewussten Interessenten mittels speziell gefertigter Nahrung. Das Credo lautet: Heilung und Gesundheitsförderung, um Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern. Diätetik ist der Schlüsselansatz für Therapie oder Prophylaxe von ernährungsbedingten Erkrankungen.

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Wohlstandskrankheiten

Übergewicht ist oft die Hauptursache für viele Wohlstandskrankheiten. An Reduktionsdiäten führt kein Weg vorbei, um das Körpergewicht zu reduzieren. Die Ernährung wird auf eine kalorienreduzierte Mischkost umgestellt und ein neues Essverhalten wird trainiert. Wissenschaftliche Aspekte liegen beispielsweise zugrunde bei der Atkins-Diät, der Fett-Diät nach Dr. Felix, der Blutgruppendiät oder der Max-Planck-Diät. Viele Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts lassen sich durch die Ernährung therapieren. Die Auswirkungen einer Gastritis, Zöliakie, Lactoseintoleranz, Obstipation oder Morbus Crohn reduzieren sich durch Diätetik. Man nutzt eine normale Vollwertkost und vermeidet Nahrungsmittel, die Beschwerden verursachen. Zusätzlich unterstützt man den Magen-Darm-Trakt durch Clean Eating und ketogene Ernährung. Mit einer ketogenen Ernährung verändert man bewusst den Energiestoffwechsel im Körper, indem man sich kohlenhydratarm, aber fettreich ernährt.

Erkrankungen der Leber, wie Fettleber oder Leberzirrhose, können viele Ursachen haben. Wichtig ist fettarme, vitaminreiche Ernährung und Naturkost.
Manchmal sind Erkrankungen der Gallenwege (Gallensteine etc.), der Bauchspeicheldrüse (chronische und akute Pankreatitis etc.), der Knochen (Osteoporose) oder Stoffwechselkrankheiten (Diabetes mellitus, Mukoviszidose, Fettstoffwechselstörung etc.) in einer Fehlernährung begründet.

Um diese präventiv durch eine Diätetik zu behandeln, wurden eine Vielzahl von Ernährungslehren entwickelt. Viele von ihnen werden noch heute bei verschiedenen Symptomen angewandt: Vollwerternährung, Vegetarismus, Veganismus, Rohkost, Makrobiotik, Trennkost, die Ernährungslehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die Ernährung nach den fünf Elementen, die Ernährungslehre nach Ayurveda, die Ernährungslehre der Anthroposophie.
Fehl- oder Mangelernährung kann auch physiologische Ursachen haben. Hastiges Essen kann für die Unterdrückung des Sättigungs- und Hungerempfindens verantwortlich sein. 

Die uns umgebenden Medien sollen unsere Bedürfnisse stimulieren: Alkohol soll die Entspannung herbeiführen, Schokolade ein Glücksgefühl erzeugen, Eiscreme soll uns belohnen. Emotionales Trinken und Essen soll ersatzweise befriedigen. Aber die Voraussetzung für eine nachhaltig disziplinierte Ernährung ist ein gesamtheitlicher Therapieansatz, um maximal viele Aspekte des Tagesablaufs auszubalancieren.

Alternativen zu traditionellen Lebensmitteln liegen oft in pulvriger Form vor

Vielen Erkrankungen, gerade im Bereich des Magen-Darm-Trakts, liegen Lebensmittelunverträglichkeiten, Unverträglichkeiten gegen bestimmte Inhaltsstoffe oder Allergien zugrunde. Für das Erkrankungsbild der Zöliakie mit Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen ist in vielen Fällen Gluten verantwortlich, ein Eiweiß, dass sich in vielen Getreidesorten findet. Da liegt es nahe, dass Verbraucher Alternativen für herkömmliche, traditionelle Lebensmittel suchen, die bestimmte Inhaltsstoffe nicht enthalten. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Gewichtsreduktion, die beispielsweise durch eine kohlenhydratarme Kost unterstützt werden soll. Glutenfreie und kohlenhydratarme Produkte sind daher sehr gefragt, besonders dann, wenn sie einfach herzustellen sind.

Viele dieser Produkte liegen daher in pulvriger Form vor, nicht wenige sogar als Pulvergemisch. Noch viel häufiger aber ist ein pulvriges Gemisch Bestandteil vieler trockener, feuchter und flüssiger Diät-Nährmittel. Der Pulveraufbereitung kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Beispielhaft sind es Mischungen aus Gewürzen, Aromen, natürlichen Farben und Ballaststoffen, die für einen ausgewogenen Geschmack und gute Bekömmlichkeit sorgen. Lebenswichtige Spurenelemente wie Eisen, Kalzium, Zink, Jod, Kupfer, Selen, Chrom, Fluor, Kalium, Natrium, Magnesium, Phosphor müssen – fein verteilt, desagglomeriert – als Vormischung aufbereitet werden. Das gilt auch für gekapselte Vitamine, Probiotika und Präbiotika.