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Was ist beim Benetzen von Pulvern mit Ölen/Fetten zu beachten, um Klumpenbildung zu vermeiden?

Beim Benetzen von Pulvern mit Ölen oder Fetten ist entscheidend, dass die Flüssigphase fein verteilt, dosiert und vollständig eingearbeitet wird. Klumpen entstehen meist dann, wenn die Flüssigkeit zu schnell, zu lokal oder mit zu wenig Scherung zugegeben wird, sodass sich außen eine benetzte Hülle bildet, während das Innere trocken bleibt.

1. Viskosität und Temperatur

Öle und Fette sind oft viskos; dadurch breitet sich die Flüssigphase langsamer im Pulverbett aus. Eine moderate Erwärmung kann die Viskosität senken und die Benetzung erleichtern. Bei festen Fetten muss die Temperatur so gewählt werden, dass die Fettphase sicher flüssig bleibt, ohne das Produkt unnötig thermisch zu belasten.

2. Flüssigkeit langsam und gleichmäßig zuführen

Die Flüssigkeit sollte kontinuierlich und fein dosiert zugegeben werden, nicht schlagartig. Besonders wichtig ist eine gute Verteilung im Mischraum, damit keine lokal überbenetzten Zonen entstehen. Eine sequenzielle Zugabe mit Zwischenmischphasen ist sinnvoll, wenn höhere Fettmengen eingearbeitet werden sollen.

3. Flüssigphase fein zerstäuben

Sprühdüsen oder andere Zerstäubungssysteme helfen, die Öl- oder Fettphase in kleine Tröpfchen zu überführen. Je feiner die Tröpfchen, desto größer ist die Kontaktfläche zum Pulver und desto geringer ist das Risiko von Flüssigkeitsbrücken und Klumpenbildung.

4. Pulver kontrolliert einbringen

Wird Pulver auf eine vorhandene Ölphase aufgegeben, kann ein Core-Shell-Effekt entstehen: außen benetzt, innen trocken. Deshalb ist die Dosierstrategie entscheidend. In vielen Fällen ist es besser, das Pulver kontinuierlich und gut verteilt in die bewegte Flüssigphase oder in ein intensiv durchmischtes Produktbett einzubringen.

5. Ausreichende Scherung, aber nicht zu viel

Um trockene Agglomerate aufzubrechen und die Flüssigkeit in das Pulverbett einzuarbeiten, ist oft eine gewisse mechanische Intensität nötig. Zu geringe Scherung führt zu unvollständiger Benetzung; zu hohe Scherung kann das Produkt unnötig belasten oder zu starker Erwärmung führen. Entscheidend ist eine gezielte Desagglomeration ohne Produktzerstörung.

6. Luft aus dem Produkt herausbringen

Pulver enthalten viel eingeschlossene Luft. Diese muss beim Benetzen verdrängt werden, sonst bleiben trockene Kerne und instabile Mikroagglomerate zurück. Vakuumunterstützung oder Entlüftungsphasen können die Benetzung deutlich verbessern.

Wichtige Praxisregel

Klumpenbildung lässt sich am besten vermeiden, wenn Viskosität, Temperatur, Dosiergeschwindigkeit, Zerstäubung, Mischintensität und Entlüftung zusammen optimiert werden. Besonders kritisch sind schnelle Flüssigkeitszugabe, ungleichmäßige Verteilung und zu geringe Scherung.

So löst amixon® das klumpenfreie Benetzen von Pulvern mit Ölen und Fetten

amixon® mischt Pulver mit Ölen und Fetten so, dass die Mischung kühl bleibt, rieselfähig bleibt und gut abfüllbar ist. Das ist besonders wichtig bei Rezepturen mit Trägerölen, Aromen, Lecithinen oder lipophilen Wirkstoffen, weil Wärmeentwicklung und lokale Überbenetzung schnell zu Klumpenbildung führen können.

Flüssigkeitseintrag am richtigen Ort

Die Hauptursache für Klumpen ist eine lokale Überbenetzung. amixon® begegnet dem mit einer gezielten Flüssigkeitszugabe: Öl oder Fett wird über Zugabelanzen, Ein- oder Zweistoffdüsen oder andere Dosiersysteme direkt in die aktive Mischzone eingebracht.

Dort wird die Flüssigphase sofort im Produkt verteilt, sodass Flüssigkeitsnester und Agglomerate gar nicht erst entstehen können.

Rotor-Stator-Effekt für Mikroverteilung

Für besonders wirksame Desagglomeration verfügt amixon® über sehr effektive Rotor-Stator-Systeme. Diese können die Flüssigphase mikrofein verteilen und lokale Klumpenbildung gezielt aufbrechen.

Wichtig ist: Der Rotor-Stator-Einsatz wird nur dann genutzt, wenn die Rezeptur eine intensivere lokale Aufbereitung verlangt. Die Gesamtcharge bleibt dabei in der sanften Gesamtströmung des Mischers geführt.

Mischung bleibt kalt und damit rieselfähig

Ein wesentlicher Vorteil der amixon®-Mischtechnik ist, dass das Mischgut beim Prozess kalt bleibt oder nur minimal erwärmt wird.

Dadurch können befettete Mischungen so eingestellt werden, dass sie rieselfähig bleiben und sich gut abfüllen lassen. Bei geeigneter Temperaturführung kann sogar eine nach dem Eintrag kurzzeitig geschmolzene Fettphase wieder so weit abkühlen, dass die Mischung stabil, trocken anmutend und gut dosierbar bleibt.

Dosierstrategie und einstellbare Intensität

Die Mischintensität ist je nach Produkt stufenlos anpassbar: von schonender Benetzung bis zur intensiveren Einmischung hoher Fettanteile.

Die kontinuierliche, feindosierte Zugabe mit Zwischenmischphasen kann als Rezeptur in der SPS hinterlegt werden, sodass jede Charge reproduzierbar gefahren wird.

Flexibel bei Füllgrad und Produktwechsel

Der Füllgrad kann bei vielen amixon®-Systemen in einem weiten Bereich variiert werden. Das ist wichtig, wenn die Ölbindekapazität des Pulvers oder die Ansatzgröße schwankt.

Gerade für Backmittel, Instantprodukte, Futtermittel, Waschmittelcompounds oder ähnliche Rezepturen ist das ein Vorteil, weil die Benetzung ohne Klumpenbildung und mit stabiler Produktqualität gelingt.

Prüfung im Technikum

Ob Benetzungsverhalten, Ölbindekapazität und Dosierstrategie zur gewünschten Qualität führen, prüft amixon® vorab im Technikum mit dem Originalprodukt.

Dort werden Mischintensität, Düsenauswahl, Temperaturführung und Produktverhalten so abgestimmt, dass am Ende eine homogene, kühl bleibende, rieselfähige und gut abfüllbare Mischung entsteht.