Produkte der pharmazeutischen Industrie
Pharmazeutische Feststoffprozesse stellen von Anfang an hohe Anforderungen an Genauigkeit und Kontrolle. Rohstoffe sind exakt spezifiziert, Wirkstoffe oft hochwirksam und in geringen Anteilen enthalten, und jede Charge muss gleichbleibend verarbeitet werden. Kleinste Abweichungen können Auswirkungen auf nachgelagerte Prozessschritte haben.
In der täglichen Praxis handelt es sich meist um Pulver, Granulate und Vormischungen, deren physikalische Eigenschaften – etwa Partikelgröße, Schüttdichte oder Fließverhalten – stark variieren. Diese Vielfalt muss im Produktionsprozess zuverlässig beherrscht werden, damit aus diesen Rohstoffen stabile Wirkstoff-Hilfsstoff-Systeme, funktionale Zwischenprodukte oder Vormischungen für feste Darreichungsformen entstehen.
Typische trockene Produkte der Pharmaindustrie sind:
pharmazeutische Wirkstoffe (APIs), Hilfsstoffe wie Laktose, Mannitol, Stärke oder Cellulosederivate, Vormischungen für Tabletten- und Kapselherstellung, Granulate, Pulvermischungen für orale Darreichungsformen, Trockenformulierungen für Inhalationsanwendungen sowie definierte Zwischenprodukte für nachgelagerte Prozessschritte. Allen gemeinsam sind enge Spezifikationsgrenzen und hohe Anforderungen an Prozessstabilität.
Anforderungen beim Mischen und Verarbeiten
In pharmazeutischen Prozessen ist das Mischen mehr als ein technischer Schritt – es ist ein Knotenpunkt, an dem Qualität, Sicherheit und Effizienz zusammenlaufen.
Wirkstoffe müssen oft in sehr kleinen Anteilen gleichmäßig verteilt werden. Gleichzeitig dürfen empfindliche Pulver oder Granulate nicht beschädigt werden, denn jede Veränderung kann sich auf Dosiergenauigkeit, Freigabekriterien oder spätere Prozessschritte auswirken.
Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass der gesamte Prozess vom ersten bis zum letzten Gramm kontrollierbar ist. Das schließt die gezielte Zugabe flüssiger Komponenten – etwa Binderlösungen oder Wirkstofflösungen – ebenso ein wie die funktionale Weiterverarbeitung in nachgelagerte Verfahrensschritte.
Weitere Aspekte wie geschlossene Systeme zum Schutz von Bedienpersonal und Produkt, reproduzierbare Reinigungsprozesse und klar strukturierte Produktwechsel prägen den Produktionsalltag. Prozesse müssen dokumentierbar, validierbar und vom Entwicklungs- bis zum Produktionsmaßstab übertragbar sein.
Aus dieser Prozessrealität ergeben sich klare technische Anforderungen an Misch-, Trocknungs- und Reaktionsprozesse:
- hochhomogene Durchmischung auch bei kleinen Wirkstoffanteilen
- reproduzierbare Prozessparameter über alle Chargen
- schonender Umgang mit sensiblen Pulvern und Granulaten
- kontrollierte Flüssigzugabe in trockene Systeme
- Integration von Trocknungs- oder Reaktionsschritten unter Vakuumanregung oder gezieltem Aufbau von Überdruck
- geschlossene, staubarme Prozessführung (Containment)
- reinigungsfreundliches und validierbares Anlagendesign
- lückenlose Dokumentation gemäß GMP-Anforderungen
amixon® Lösungen für die Pharmaindustrie
amixon® entwickelt Mischer, Trockner und Reaktoren für pharmazeutische Anwendungen, bei denen Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit von Anfang an mitgedacht werden.
Ein zentrales Element ist die konische Ausführung mancher amixon® Mischer (z. B. der Serien AM, AMT und der Präzisionsmischer KS). Die kegelförmige Gestaltung des Mischraums unterstützt den Materialfluss effektiv und sorgt dafür, dass Mischgut – auch bei sehr niedrigen Füllständen – gleichmäßig bewegt und entnommen wird. Dadurch werden Mischprozesse stabiler und Produktwechsel vergleichsbar einfacher.
Je nach Platzbedarf und Anforderung an die Flexibilität des Mischers bietet amixon® Alternativen mit einem flachen Boden an. Die Serien VM, VMT, HM erzielen ebenfalls ideale Mischgüten und gute Restentleergrade gepaart mit dem Vorteil der geringeren notwendigen Einbauhöhe im Vergleich zu konischen Varianten.
Im Inneren solcher Anlagen kommt das SinConvex® Mischwerkzeug zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der klassischen Helix-Mischwendel, die eine dreidimensionale Durchmischung erzeugt und gleichzeitig die Mischung effizient umsetzt. Diese auf die Geometrie des Mischraums abgestimmte Wendel generiert eine kontinuierliche dreidimensionale Umschichtung des Mischgutes, die für eine hohe Mischgüte sorgt – selbst bei anspruchsvollen Rezepturen mit sehr unterschiedlichen Komponenten.
Ein praktischer Vorteil dieser Konstruktion ist, dass Mischgüter bei variablem Füllstand von etwa 5 % bis 100 % des Nutzvolumens effizient verarbeitet werden können und der Abfluss beim Entleeren sehr effektiv ist. Die Kombination aus konischem Gefäß und SinConvex® Werkzeug ermöglicht einen Entleerungsgrad, der nahezu vollständig ist – auch für schwierige, fein rieselnde Mischungen – und erleichtert die anschließende Reinigung erheblich.
Für pharmazeutische Anwendungen bedeutet das konkret:
- gleichmäßige, reproduzierbare Mischprozesse auch bei kleinen Dosieranteilen
- kontrollierte Integration flüssiger Binder oder Wirkstofflösungen
- schonende Verarbeitung zur Sicherung definierter Partikeleigenschaften
- stabile Mischprozesse bei variierenden Füllständen
- ergonomisch gestaltete Zugänge für Reinigung und Inspektion
- Anlagenlayouts, die Produktwechsel, Reinigung und Validierung unterstützen
Ein zentraler Bestandteil der Projektierung ist die Möglichkeit, Prozesse im amixon® Technikum realitätsnah abzubilden. Dort lassen sich Mischverhalten, Flüssigzugabe, Entleerungs- und Reinigungsstrategien, begleitende Temperierung und Vakuumtrocknungsprozesse mit Originalstoffen untersuchen, bewerten und gezielt auslegen – ohne Spekulation, mit belastbaren Ergebnissen.
So entstehen Anlagenkonzepte, die sich vom Entwicklungs- und Pilotmaßstab bis in die Produktion übertragen lassen und im Betrieb zuverlässig funktionieren.
amixon® bietet für die Pharmaindustrie individuell ausgelegte Industrie-Mischer, Trockner und Reaktoren für trockene Schüttgüter, integrierte Systeme zur Flüssigzugabe, kombinierte Prozessschritte sowie verfahrenstechnische Entwicklung und Versuche im Technikum.
Wenn Sie pharmazeutische Feststoffprozesse stabilisieren, weiterentwickeln oder neu auslegen möchten, unterstützen wir Sie mit Prozesstechnik, die Ihre Realität widerspiegelt und konstruktiv auf Sicherheit, Reproduzierbarkeit und hygienische Anforderungen ausgelegt ist.
Sprechen Sie mit uns über Ihre Anwendung und Ihre Anforderungen.
amixon® – Prozesstechnik für kontrollierte Feststoffprozesse.