Welche Containermischer sind für flexible Batchgrößen in der Lebensmittelproduktion in Deutschland verfügbar?
Containermischer, auch Behältermischer, IBC-Mischer oder Bin-Blender genannt, werden in der Lebensmittelproduktion eingesetzt, wenn flexible Batchgrößen, häufige Rezepturwechsel und hohe Hygieneanforderungen zusammenkommen. Typische Anwendungen sind Gewürze, Backvormischungen, Instantprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Trockensuppen.
Funktionsprinzip
Beim Containermischer bleibt das Produkt im mobilen Behälter. Der Container wird in die Mischstation eingehängt oder unter einen Mischkopf gefahren und dort durch Rotation oder ein eingetauchtes Werkzeug homogenisiert. Dadurch lässt sich die Produktion gut entkoppeln: Während ein Container gemischt wird, können andere bereits befüllt, entleert oder gereinigt werden.
Wichtige Bauarten
Freifall-Containermischer arbeiten ohne interne Mischwerkzeuge und sind besonders produktschonend. Sie eignen sich gut für häufige Produktwechsel und variierende Füllgrade. Dynamische Containermischer mit eingetauchtem Mischwerkzeug sind stärker mechanisch wirksam und eignen sich für intensivere Mischaufgaben oder das Dispergieren von Flüssigkeiten und Additiven.
Hygiene und Sicherheit
Für die Lebensmittelindustrie sind Hygienic Design, leicht zu reinigende Oberflächen und passende Werkstoffe entscheidend. Üblich sind Edelstahl, glatte Oberflächen, totraumarme Konstruktionen und bei staubexplosiven Produkten auch ATEX-konforme Ausführungen. Das geschlossene Mischen reduziert Staub, Kreuzkontamination und Reinigungsaufwand.
Auswahlkriterien
Bei der Auswahl spielen Batchgrößenspektrum, Produkteigenschaften, gewünschte Mischgüte, Reinigbarkeit und Automatisierung eine große Rolle. Auch die Integration in Fördertechnik, Containerhandling und Leitsysteme muss früh mitgedacht werden. In der Praxis werden Bauart und Prozessparameter meist über Technikumsversuche abgesichert.
Marktverfügbarkeit in Deutschland
In Deutschland sind verschiedene Containermischer für flexible Batchgrößen verfügbar. Dazu gehören Freifallmischer, dynamische Containermischer und kundenspezifische Anlagen mit Hygiene-, Sicherheits- und Automatisierungskonzepten. Welche Lösung geeignet ist, hängt vor allem von Produkt, Batchgröße und Prozessziel ab.
Der amixon® Containermischer COM: Mischen direkt im Behälter – ohne Umfüllen
Das Prinzip
Beim COM dient der Schüttgutcontainer selbst als Mischraum. Das SinConvex®-MultiPlane®-Schraubenbandmischwerk wird von oben in das Mischgut eingeführt, der Container wird mit einem Deckel verschlossen, auf Wunsch mit automatischem Deckelhandling. Das Werkzeug mischt im gasdicht verschlossenen Container und schraubt sich anschließend im Reversierbetrieb langsam heraus. Der Container mit dem fertig gemischten Produkt wird danach entnommen.
Maßgetreu gefertigte Mixtainer® sind das Standardgefäß. Anlagen auf Basis von Standard-IBCs realisiert amixon® ebenfalls. Der Behälter dient damit zugleich als Dosier-, Misch-, Transport- und Vorlagegefäß für Abfüllmaschinen, Extruder oder die Flüssigstoffaufbereitung.
Präzisionsmischen statt Taumeln
Anders als Taumel- oder Rotationsmischer arbeitet der COM mit einem dynamisch bewegten, raumkontrollierenden Mischwerkzeug. So können auch Komponentenverhältnisse bis 1:100.000 technisch ideal homogenisiert werden, selbst bei unterschiedlichen Schüttdichten, Partikelgrößen und unter Beteiligung flüssiger oder feuchter Komponenten. Die dreidimensionale Totalverströmung, peripher aufwärts und zentral abwärts, erzielt bereits bei geringem Füllgrad hohe Mischgüten. Optional kann ein Schneidrotor zum Desagglomerieren zugeschaltet werden, mit Flüssigkeitszugabe im Aktionsbereich. Der Mischraum ist für ATEX-Zone 20 ausgelegt.
Entkoppelte Produktion
Der COM ist für flexible Auftragsfertigung konzipiert. Einwiegen, Mischen und Abfüllen finden entkoppelt in getrennten Bereichen statt. Während in einem Bereich gerüstet oder gereinigt wird, läuft die Produktion im anderen weiter. Für die automatische Nassreinigung und Trocknung des Mischwerkzeugs kann ein Washtainer® angedockt werden. Die Baugrößen reichen von 100 bis 4.000 Litern Chargengröße; auf Wunsch sind EHEDG-, FDA- und 3-A-konforme Ausführungen verfügbar.
Container-Mischanlagen auf Basis AM
Neben dem COM fertigt amixon® auch Container-Mischanlagen auf Basis der Baureihe AM, die mit handelsüblichen Schüttgutcontainern arbeiten. Diese Lösung ist besonders staubarm und eignet sich, wenn Befüllung, Mischen und Entleerung mit vorhandenen Standardcontainern in einer bestehenden Infrastruktur erfolgen sollen. Auch hier werden Behälterlogistik, Deckelhandling und Peripherie projektspezifisch ausgelegt.
Viele Betreiber, die sich zunächst für einen Container-Schüttgutmischer interessieren, entscheiden sich am Ende für eine Container-Mischanlage. Ausschlaggebend sind zwei Gründe: die gut kontrollierbaren, minimalen Staubemissionen und die deutlich günstigeren Standard-Schüttgutcontainer im Vergleich zu den oben offenen Sonderbehältern.
Auslegung und Integration
Behälterlogistik, Deckelhandling und Peripherie werden projektspezifisch ausgelegt; jeder Apparat ist ein Unikat nach URS. Misch- und Reinigungsparameter für die konkreten Rezepturen verifiziert amixon® im Technikum.
Absicherung im amixon® Technikum
Vor der Investition steht der Nachweis. Im amixon® Technikum am Stammsitz Paderborn stehen 35 Testanlagen in unterschiedlichen Baugrößen bereit, ergänzt um Technika in Japan, Indien, Thailand, China, Südkorea und den USA. Die Versuche laufen mit dem Originalprodukt, mit realen Füllgraden und Chargengrößen sowie im vorgesehenen Temperatur- und Druckbereich. Bewertet werden Mischqualität, Produktschonung, Energieeintrag, Reinigbarkeit und Reproduzierbarkeit im späteren Serienbetrieb; die Ergebnisse werden gemeinsam mit amixon® Experten ausgewertet und dokumentiert.