Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Vakuum-Mischtrockners für temperaturempfindliche Nahrungsergänzungsmittel?
Entscheidend sind Produkt und Prozessziel: Ausgangs- und Zielrestfeuchte, zulässige Produkttemperatur, gewünschte Trocknungszeit, Chargengröße sowie das Verhalten des Produkts während der Trocknung. Vitamine, Enzyme, Pflanzenextrakte, Aromen und probiotische Kulturen reagieren unterschiedlich empfindlich auf Wärme, Feuchte, Sauerstoff und mechanische Beanspruchung.
Vakuumtrocknung ermöglicht niedrige Produkttemperaturen, weil Wasser oder geeignete Lösemittel bei vermindertem Druck früher verdampfen. Maßgeblich ist jedoch das Zusammenspiel aus Vakuum, Heizmediumtemperatur, wirksamer Wärmeübertragungsfläche, Produktbewegung und Verdampfungsrate. Eine möglichst niedrige Temperatur ist nicht immer optimal, wenn sich dadurch die Trocknungszeit und die thermische Gesamtbelastung erhöhen.
Das Mischwerk muss eine gleichmäßige Produktbewegung und Wärmeübertragung ermöglichen, ohne empfindliche Granulate, Beschichtungen oder Kulturen unnötig zu schädigen. Besonders anspruchsvoll sind Produkte, die sich während des Trocknens von einer Suspension oder Paste zu einem rieselfähigen Pulver verändern. Behältergeometrie, Füllgrad, Mischintensität und Fließverhalten bestimmen, wie wirksam die beheizten Flächen genutzt werden.
Wichtige Messgrößen sind Produkttemperatur, Manteltemperatur, Druck, Drehzahl und gegebenenfalls Drehmoment oder Kondensatmenge. Eine Feuchte- oder Wasseraktivitätsmessung kann die Endpunktbestimmung unterstützen. Diese muss für das jeweilige Produkt reproduzierbar validiert werden.
Reinigbarkeit und Restentleerung sind bei allergenen, hochaktiven oder stark färbenden Inhaltsstoffen besonders wichtig. Apparategeometrie, Oberflächenqualität, Dichtungen, Auslaufventil und Zugänglichkeit müssen zum vorgesehenen Reinigungsverfahren passen. CIP-, WIP- oder manuelle Reinigung sind jeweils produkt- und anlagenspezifisch auszulegen.
Ein Inertgasbetrieb ist sinnvoll, wenn Inhaltsstoffe oxidationsempfindlich sind oder wenn er Teil des Explosionsschutzkonzepts ist. Er setzt eine kontrollierte Sauerstoffbegrenzung, gasdichte Apparate und Maßnahmen gegen die Erstickungsgefahr voraus.
So wählt amixon® den richtigen Vakuum-Mischtrockner bzw. Konusreaktor aus
Was amixon® zusätzlich leistet
amixon® liefert nicht nur einen Vakuum-Mischtrockner, sondern entwickelt die passende Prozesslösung anhand des tatsächlichen Produktverhaltens. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein Solltemperatur und Restfeuchte, sondern auch wechselnde Konsistenzen, Wärmeübertragung bei realen Füllgraden, Produktschonung, Restentleerung und Reinigbarkeit.
Ein Apparat für mehrere Schritte
Die Vakuum-Mischtrockner und -reaktoren AMT und VMT können – je nach Ausführung – Mischen, Temperieren, Vakuumtrocknen, Deagglomerieren und Reagieren in einem geschlossenen Apparat verbinden. Sie verarbeiten trockene, feuchte, pastöse und suspendierte Produkte, auch wenn sich die Konsistenz während des Trocknens stark verändert. Dadurch lassen sich Produkttransfers, Schnittstellen und mögliche Kontaminationsrisiken reduzieren.
Die dreidimensionale Produktbewegung wird mit vergleichsweise niedrigen Umfangsgeschwindigkeiten erzeugt. Dies unterstützt eine gleichmäßige Temperaturverteilung und einen wirksamen Wärmeübergang, ohne empfindliche Bestandteile unnötig mechanisch zu belasten. Falls erforderlich, kann ein Schneidrotor gezielt eingesetzt werden, um zähplastische Phasen oder Agglomerate aufzuschließen und den Trocknungsverlauf zu stabilisieren.
AMT: flexibel und restentleerbar
Der Konus-Mischtrockner AMT ist besonders vorteilhaft, wenn Chargengrößen stark variieren, häufige Produktwechsel anstehen oder hochwertige Produkte nahezu vollständig ausgetragen werden sollen. Die konische Geometrie führt rieselfähiges Produkt zum zentralen Auslauf; mit dem ComDisc®-Austragssystem sind bei geeigneten Produkten Restentleerungen bis 99,997 % möglich.
Der AMT bietet damit eine wirtschaftliche Kombination aus breitem Füllgradbereich, produktschonender Bewegung und geringem Produktverlust. Dies ist insbesondere für hochpreisige Vitamine, Extrakte oder Rezepturen mit allergenen Bestandteilen relevant.
VMT: Prozessfenster erweitern
Der Flachboden-Vakuum-Mischtrockner VMT eignet sich für anspruchsvolle Trocknungs- und Reaktionsaufgaben, bei denen hohe Mischgüte, wirksame Wärmeübertragung und ein breites Konsistenzspektrum zusammenkommen. Das vertikale Helixmischwerk bewegt das Produkt dreidimensional und kann auch bei niedrigen Füllgraden eine homogene Produktbewegung unterstützen.
Die Apparate können gasdicht ausgeführt werden und im Technikum unter Vakuum bis in den Bereich unter 5 mbar absolut sowie unter Überdruck betrieben werden. Für Versuche stehen Temperaturbereiche von −70 bis +350 °C und Drücke bis 30 bar zur Verfügung. Damit lassen sich auch anspruchsvolle Prozesse mit Vakuum, Inertisierung, Temperaturwechseln oder Reaktionsschritten praxisnah untersuchen.
Versuch statt Annahme
Das besondere Plus von amixon® ist die prozessnahe Erprobung mit Originalprodukt vor der Investition. Im Technikum werden unter realistischen Betriebsbedingungen unter anderem Restfeuchte, Wärmeübertragung, Produktbewegung, Homogenität, Produktschonung, Restentleerung und Reinigbarkeit untersucht.