Scherbeanspruchung
Als Scherbeanspruchung wird die mechanische Belastung von Partikeln oder Partikelverbänden durch tangential wirkende Kräfte bezeichnet. Diese resultiert aus Relativbewegungen zwischen den Partikeln bzw. zwischen den Partikeln und den Apparateoberflächen. In der Pulvertechnologie entsteht Scherbeanspruchung insbesondere durch Mischen, Fördern, Agglomerieren, Zerkleinern oder Dosieren.
Sie hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Struktur und die Eigenschaften von Pulvern und Granulaten. Mögliche Folgen sind Deagglomeration, Partikelzerstörung, Veränderung der Kornform, Staubbildung oder auch die Aktivierung von Oberflächen. Besonders empfindlich auf hohe Scherkräfte reagieren Produkte wie Kristalle, spröde Granulate oder beschichtete Partikel. Ähnlich empfindlich sind Instant-Agglomerate, Cerealien oder Müsli-Flocken.
In der Verfahrenstechnik ist die kontrollierte Einstellung der Scherbeanspruchung daher ein wichtiges Auslegungskriterium für Mischer, Förderer und Reaktoren. Das Ziel besteht darin, eine ausreichende Durchmischung und Stoffumsetzung zu erreichen, ohne die Produktstruktur unzulässig zu verändern. Mit dem KoneSlid®-Mischer lassen sich bei minimaler Scherbelastung ideale Mischgüten erzielen. Er ist somit prädestiniert für sprühgetrocknete Agglomerate, Flocken und Cerealien.