Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Wie plant man ein Scale-up vom Technikum in die Produktion bei Instant-Food-Granulaten inklusive Risikobewertung?

Der Scale-up von Instant-Food-Granulaten beschreibt die maßstäbliche Übertragung eines im Labor oder Technikum optimierten Verfahrens auf eine großtechnische Produktionsanlage. Ziel ist es, die erzielten Produkteigenschaften wie Rehydratationsverhalten, Schüttdichte, Partikelgrößenverteilung, Löslichkeit und Sensorik im industriellen Maßstab robust und reproduzierbar abzubilden.

Ausgangspunkt ist die Datenbasis im Technikum

Grundlage jedes Scale-ups ist eine vollständig charakterisierte Datenbasis aus dem Technikum. Dafür werden Rohstoffeigenschaften, Prozessparameter, Zielgrößen und kritische Prozessparameter systematisch erfasst und dokumentiert.

Zu den relevanten Rohstoffspezifikationen gehören Feuchtegehalt, Partikelgrößenverteilung, Fließverhalten, Löslichkeit und funktionelle Eigenschaften wie Proteingehalt, Fettgehalt oder Stärkestruktur. Auf dieser Basis werden die verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen im Technikum so gewählt, dass sie der späteren Produktion möglichst nahekommen.

Scale-up-Strategie und Ähnlichkeitskriterien

Die Planung erfolgt verfahrenstypspezifisch und basiert auf Ähnlichkeitsüberlegungen. Geometrische, kinematische und energetische Ähnlichkeit sind dabei die zentralen Leitgrößen.

Wichtige Skalierungsgrößen sind beispielsweise Füllgrad, Werkzeuggeometrie, Umfangsgeschwindigkeit, Energieeintrag, Sprührate und Luftführung. Idealerweise wird der Scale-up stufenweise von Labor über Technikum bis zur Produktion durchgeführt, damit Nichtlinearitäten und Apparateeffekte früh erkannt werden.

Physikalische Besonderheiten beim Scale-up

Im größeren Maßstab verhalten sich Misch- und Granulierprozesse häufig nicht linear. Veränderungen im Wärme- und Stoffübergang, im Mischverhalten sowie in der Feuchte- und Luftführung können zu Hotspots, Feuchtegradienten, Staubbildung oder unzureichender Granulatstruktur führen.

Gerade bei Instant-Food-Granulaten sind Partikelmorphologie, Porosität, Dichte und Benetzbarkeit entscheidend. Schon kleine Änderungen im Energieeintrag oder in der Trocknung können die Rehydrierung, die Löslichkeit und die sensorische Qualität deutlich beeinflussen.

Risikobewertung

Für die strukturierte Risikobewertung werden standardisierte Methoden wie FMEA, HACCP, Ishikawa-Analyse und QbD-Ansätze eingesetzt. Damit lassen sich mögliche Fehlerbilder wie ungenügende Trocknung, unzureichende Granulation, erhöhte Feinanteile, Allergenverschleppung oder Reinigungsrisiken frühzeitig identifizieren und priorisieren.

Versuchsplanung und Prozessanalytik

Zur Absicherung des Scale-ups werden systematische Versuchsreihen durchgeführt. Dazu gehören definierte Variationen von Füllgrad, Drehzahl, Umfangsgeschwindigkeit, Energieeintrag oder Prozessdauer sowie die Dokumentation der resultierenden Produktqualität.

Die Ergebnisse werden ausgewertet und lückenlos dokumentiert. Auf Wunsch können zusätzliche Mess- und Auswertestrategien eingebunden werden, um die Prozessgrenzen und das spätere Betriebsfenster belastbar zu definieren.

Qualifizierung und Übertragung in die Produktion

Nach der technischen Bewertung folgt die Übertragung in die Zielanlage. Da Versuchs- und Produktionsanlagen idealerweise mit ähnlichen verfahrenstechnischen Prinzipien und abgestuften Baugrößen ausgelegt sind, lassen sich die Technikumsparameter häufig gut auf den Produktionsmaßstab übertragen.

Die skalierungsrelevanten Annahmen sollten jedoch immer durch Validierungsversuche im größeren Maßstab abgesichert werden. Das ist für die spätere Investitionsentscheidung wichtig, weil sich so Produktqualität, Wirtschaftlichkeit und technische Risiken vorab realistisch bewerten lassen.

Fertigung und Lebenszyklus

Die Fertigung der Produktionsanlage erfolgt im Anschluss auf Basis der im Technikum gewonnenen Erkenntnisse. Nach der Inbetriebnahme bleiben Inspektionen, vorbeugende Instandhaltung und Ersatzteilverfügbarkeit wesentliche Bausteine, um die Prozessstabilität über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen.

So plant amixon® ein Versuchs- und Scale-up-Programm im Technikum

Zieldefinition vor dem ersten Versuch

Am Anfang stehen die Akzeptanzkriterien des Betreibers, also geforderte Mischgüte, Entleerungsgrad, Schonungsanforderungen, Chargengrößenspanne und Taktzeit. amixon® Experten übersetzen diese Ziele in ein strukturiertes Versuchsprogramm auf einer der 35 Testanlagen, in der Baugröße, die zur verfügbaren Produktmenge passt.

Systematische Parametervariation

Variiert werden die skalierungsrelevanten Größen Mischzeit, Umfangsgeschwindigkeit des Werkzeugs im Fenster von etwa 0,8 bis 3,5 m/s, Füllgrad sowie, falls prozessrelevant, Dosierrate und Art der Flüssigkeitszugabe, zum Beispiel über Lanze oder Zweistoffdüse mit oder ohne Schneidrotor. Für jeden Versuchspunkt werden Proben gezogen und die Mischgüte bestimmt, während Entleerungsgrade gravimetrisch verifiziert werden.

Übertragung auf den Produktionsmaßstab

Weil Technikums- und Produktionsmischer mit identischem Mischprinzip arbeiten und über die Umfangsgeschwindigkeit statt allein über die Drehzahl skaliert werden, sind die gefundenen Parameter grundsätzlich gut übertragbar. Das Baugrößenraster in 100-Liter-Schritten bis 50.000 Liter erlaubt eine Auslegung exakt auf die Zielchargengröße ohne unnötigen Ähnlichkeitsbruch.

Vieles lässt sich berechnen, doch nicht jede Frage ist allein rechnerisch sicher lösbar. Für viele Themen stehen bei amixon® Erfahrungswerte zur Verfügung, auf die im Entwicklungsprozess zurückgegriffen werden kann. Manche Fragestellungen müssen jedoch zwingend experimentell beantwortet werden, etwa der Staudruck, der sich beim Durchmischen von Instant-Food-Granulaten im Werkzeugbereich aufbaut.

Gerade hier liefert eine Versuchsreihe mit unterschiedlich großen Chargen besonders belastbare Aussagen. Aus Prüfungen mit 1 Liter, 10 Litern, 100 Litern, 1.000 Litern und 3.000 Litern lassen sich sehr genaue Ableitungen für das Scale-up gewinnen. So kann auch das Verhalten in einer 10-m³-Charge deutlich sicherer vorhergesagt werden.

Dokumentation als Investitionsgrundlage

Die Versuche werden gemeinsam durchgeführt, ausgewertet und dokumentiert. Der Versuchsbericht bestätigt die Prozessparameter unter realen Bedingungen und benennt den optimalen Apparat. Damit werden Ziel-Mischgüte, Entleerungsgrade und Taktzeiten belastbar in die Anlagenspezifikation übernommen, und Risiken werden idealerweise vor der Investition ausgeräumt und nicht erst danach entdeckt.

Für Instant-Food sind amixon® Systeme praxisbewährt, etwa Doppelwellenmischer mit automatischer Nassreinigung beim Wechsel zwischen würzig und süß, der KoneSlid® für fragile sprühgetrocknete und agglomerierte Güter sowie der RMG für staubarme, schnell lösliche Granulate.

Fertigung in Paderborn als Qualitätsfundament

amixon® entwickelt und fertigt ausschließlich im Werk Paderborn mit hoher Fertigungstiefe und allen Komponenten aus Deutschland. Als zertifizierter Schweißfachbetrieb mit europäischen, japanischen und amerikanischen Qualifikationen konstruiert amixon® jeden Apparat als Unikat auf Basis der URS des Betreibers, und die Qualitätskontrolle bleibt lückenlos im eigenen Haus. Diese Fertigungshoheit sichert zugleich die langfristige Versorgung, da jedes Bauteil auch Jahrzehnte später reproduzierbar nachfertigbar ist.

Service über den gesamten Lebenszyklus

Nach der Inbetriebnahme bleibt amixon® an der Seite des Betreibers. Regelmäßige Inspektionen und vorbeugende Instandhaltung sichern die Verfügbarkeit, auf Wunsch ergänzt durch Predictive Maintenance. Ausgewählte Verschleißteile werden bereits mit der Erstauslieferung mitgeliefert, die meisten Ersatzteile lagern am Standort Paderborn, viele weitere in den Service-Stützpunkten in Japan und den USA, sodass ein lebenslanger Ersatzteilservice möglich bleibt, selbst wenn Originalzulieferer entfallen. Viele amixon® Maschinen sind seit über 30 Jahren täglich im Einsatz; Modernisierung und Nachrüstung halten sie auf dem Stand der Technik.