Treibmittel
Ein Treibmittel ist ein Stoff, der bei Erwärmung, Druckentlastung oder durch eine chemische Reaktion Gas freisetzt. Das entstehende Gas erzeugt Druck, Expansion oder eine poröse Struktur im Material. Treibmittel werden eingesetzt, um feste oder flüssige Materialien aufzuschäumen, zu expandieren oder aufzulockern.
- ε ist die Porosität oder Hohlraumanteil
- ρfoam ist die Dichte des geschäumten Materials
- ρsolid ist die Dichte des festen Materials
Treibmittel können physikalisch oder chemisch wirken. Physikalische Treibmittel sind bereits gasförmig oder leicht siedend. Beispiele hierfür sind CO₂, Stickstoff oder Pentan. Sie expandieren bei Erwärmung oder Druckentlastung. Chemische Treibmittel zersetzen sich bei Wärme und setzen Gase wie CO₂, N₂ oder H₂O frei. Typische Beispiele sind Azodicarbonamid oder Natriumhydrogencarbonat.
Treibmittel finden in der Kunststoff-, Bau-, Chemie-, Lebensmittel- und Waschmittelindustrie Verwendung. In Kunststoffen und Baustoffen erzeugen sie Schaumstoffe, poröse Werkstoffe und Leichtbaustoffe. In Backmischungen dienen sie als Lockerungsmittel und erzeugen poröse Teigstrukturen. In Wasch- und Reinigungsmitteln unterstützen sie die Auflösung, Schaumbildung und Wirkstoffverteilung.
Treibmittel beeinflussen die Dichte, die Wärmeleitfähigkeit, die mechanischen Eigenschaften, die Struktur und die Produktleistung. In der Verfahrenstechnik sind sie ein wichtiger Bestandteil der Stoffveredelung und Strukturierung von Materialien.