Schmelzverhalten
Das Schmelzverhalten beschreibt, wie ein Stoff beim Erwärmen vom festen in den flüssigen Zustand übergeht und welche thermischen und rheologischen Eigenschaften dabei auftreten. Es umfasst den Schmelzpunkt oder Schmelzbereich, die Schmelzenthalpie, die Viskosität der Schmelze sowie das Fließ- und Erstarrungsverhalten.
In der Verfahrenstechnik ist das Schmelzverhalten ein wichtiger Auslegungspunkt für thermische Prozesse wie Erhitzen, Mischen, Reagieren, Extrudieren oder Beschichten. Insbesondere bei Pulvern, Fetten, Polymeren, Wachsen oder Schüttgütern mit teilweiser Schmelzphase beeinflusst es Wärmeübertragung, Mischbarkeit, Agglomeration und Produktstruktur.
Es gibt jedoch auch Stoffe, die beim Erwärmen nicht schmelzen, sondern direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergehen. Dieser Vorgang wird als Sublimation bezeichnet. Sublimierende Stoffe können ebenfalls als Pulver vorliegen, beispielsweise Trockeneis, bestimmte organische Verbindungen oder pharmazeutische Wirkstoffe. Für solche Produkte ist das Sublimationsverhalten anstelle des Schmelzverhaltens prozessrelevant.