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Agglomeratkeim

 

Ein Agglomeratkeim ist ein einzelnes Partikel oder ein kleiner Partikelverband, an dem die Agglomeration beginnt. Er besitzt Eigenschaften, die das Anhaften weiterer Partikel begünstigen – zum Beispiel eine leicht erhöhte Feuchte, Klebrigkeit oder eine besondere Oberflächenstruktur. Dadurch ist es energetisch günstiger, dass neue Partikel an diesem Keim haften, als einen neuen Keim zu bilden. Ausgehend vom Agglomeratkeim wächst so schrittweise ein größeres Agglomerat, etwa in Drehrohr-Granulatoren, Wirbelschichtanlagen oder Mischgranulatoren. Das Verhalten des Agglomeratkeims ähnelt dem eines Kristallisationskeims: Ein kleiner „Startpunkt“ bestimmt, wo und wie schnell Partikelverbände entstehen und weiterwachsen.

Eine einfache physikalische Beschreibung orientiert sich oft an einer Wachstumsrate, zum Beispiel in der Form

 

dr/dt = k · f(Benetzung, Kollisionen)

  • r ist der effektive Agglomeratradius
  • t ist die Zeit
  • k ist eine material‑ und prozessabhängige Konstante
  • Die Funktion f(… ) steht dabei sinngemäß für Einflüsse wie Flüssigkeitsfilm, Kollisionshäufigkeit und Haftwahrscheinlichkeit. 

Diese Art von Gleichung ist als Modell zu verstehen und wird je nach Prozess (Wirbelschicht‑, Trommel‑ oder Mischagglomeration) unterschiedlich konkretisiert.