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Welche Konstruktionen ermöglichen staubfreie Beschickung aus Big Bags und Sackschütten bei Pulvermischern?

Die staubarme bis staubfreie Zuführung pulverfoermiger Schuettgueter in Pulvermischer ist ein wichtiges Auslegungskriterium der Prozessindustrie. Sie schützt Mitarbeitende, reduziert Produktverluste und Kreuzkontaminationen und unterstützt die Einhaltung von Explosionsschutz und Hygieneanforderungen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus dichten Andocksystemen, Einhausungen, Absaug und Filtertechnik sowie geschlossenen Transferwegen.

Big Bags beziehungsweise FIBCs werden über spezielle Entleerstationen an den Prozess angeschlossen. Doppelrohr und Klemm Andocksysteme schaffen eine dichte Verbindung zwischen dem Auslaufschlauch des Big Bags und dem Einlauf der Station. Der Schlauch wird über ein inneres Rohr gezogen und mit einem aeusseren Rohr, Klemmring oder Irisverschluss fixiert. Erst danach wird der Auslauf geöffnet. Aufblasbare Dichtmanschetten können den Anschluss zusätzlich abdichten und einen geschlossenen Transfer zum Mischereinlauf unterstützen.

Der Entleerbereich kann teilweise oder vollständig eingehaust und mit einer Punktabsaugung ausgestattet werden. Ein leichter Unterdruck erfasst Staub, der beim Anschliessen, Öffnen oder Abnehmen des Big Bags entstehen kann. Vibrationsböden, Massagepaddel oder Walksysteme fördern einen gleichmaessigen Produktaustrag. Sie verhindern Brückenbildung, reduzieren manuelle Eingriffe und vermeiden Schwallentleerungen, welche die Entstaubung überlasten könnten.

Bei hochaktiven, toxischen oder besonders empfindlichen Produkten sind weitergehende Containment Lösungen erforderlich. Je nach Gebinde und Prozesskonzept kommen beispielsweise Isolatoren, Endlosfoliensysteme oder spezielle geschlossene Transferadapter zum Einsatz. Split Butterfly Valves eignen sich insbesondere für den geschlossenen Transfer zwischen kompatiblen Behälter und Prozessschnittstellen.

Bei Sackschuetten stehen der Schutz des Bedienpersonals und die Begrenzung diffuser Staubemissionen im Vordergrund. Ein Absauggitter oder Absaugrost im Bereich des Sackoeffnens erfasst den entstehenden Staub möglichst direkt an der Quelle und führt ihn einer Filteranlage zu. Oft sind Sackschuetten mit Filterpatronen und automatischer Druckluftabreinigung ausgestattet. Der abgeschiedene Staub fällt anschliessend in den Produktstrom zurück, wodurch Produktverluste begrenzt werden.

Eingriffshauben, Lamellen oder Streifenvorhänge verkleinern die offene Fläche der Sackschuette und verbessern die Wirkung der lokalen Absaugung. Für höhere Anforderungen können geschlossene Sackaufgabeschleusen eingesetzt werden. Der Sack wird zunächst in eine geschlossene Kammer eingebracht und erst nach dem Schliessen der aeusseren Tür oder Klappe innerhalb der Schleuse geöffnet und entleert.

Bei hochaktiven Wirkstoffen kann die Sackschuette als geschlossene Kabine oder Isolator nach dem Glovebox Prinzip ausgeführt werden. Der Bediener öffnet die Säcke über fest installierte Handschuhe, während Prozessraum und Arbeitsumgebung voneinander getrennt bleiben. Auch die Leersackbehandlung sollte möglichst geschlossen erfolgen. Leersackverdichter oder Leersackschleusen reduzieren Sekundärstaubemissionen beim Verdichten und Entsorgen der Verpackungen.

Die Staubarmut muss über die gesamte Beschickungsstrecke bis zum Mischer erhalten bleiben. Flexible Kompensatoren aus geeigneten Elastomeren oder beschichteten Geweben verbinden Entleerstation und Mischereinlauf vibrationsentkoppelt und möglichst dicht. Zellenradschleusen, Doppelklappen oder vergleichbare Absperrorgane können den Produktstrom dosieren und Druck oder Gasatmosphären voneinander trennen.

Alternativ kann das Pulver durch ein geschlossenes Rohrleitungssystem per Vakuumförderung in den Mischer gelangen. Bei einer Undichtigkeit wird dabei grundsätzlich Umgebungsluft eingesogen, statt dass Produktstaub austritt. Voraussetzung sind jedoch eine geeignete Filterauslegung, eine sichere Produktabscheidung und dichte Prozessschnittstellen. Ebenso wichtig ist eine abgestimmte Luftführung. Verdraengungs, Förder oder Fluidisierungsluft muss kontrolliert abgefuert und entstaubt werden, damit keine Druckspitzen oder Emissionen an Entlüftungspunkten entstehen.

Die konkrete Ausführung richtet sich nach den Produkteigenschaften, der zulässigen Exposition, dem Explosionsschutzkonzept sowie den Hygieneanforderungen. Bei brennbaren oder explosionsfähigen Stäuben sind geeignete Zonenkonzepte, geerdete Komponenten, druckstossfeste Bauweisen, Explosionsentlastung oder gegebenenfalls Inertisierung zu berücksichtigen.

Totraumarme Konstruktionen, geeignete Oberflächen und bedarfsgerechte Reinigungsverfahren wie WIP oder CIP reduzieren Produktanhaftungen und erleichtern reproduzierbare Reinigungsprozesse. Für Anwendungen mit moderaten Anforderungen können wirksame Quellabsaugung, Einhausungen und staubarme Anschlüsse genügen. Bei höheren Containment Anforderungen sind geschlossene Andocksysteme, Dichtmanschetten, Filtertechnik und gegebenenfalls Isolatoren erforderlich.

So löst amixon® staubarme Beschickung und Abfüllung bei Pulvermischern

Austragsseite: DosiFlap® direkt in BigBag und Gebinde

Mit der totraumfreien DosiFlap®-Armatur ist die BigBag-Abfüllung direkt aus dem Mischer möglich – ohne Zwischenbehälter, ohne offene Übergabestelle, ohne Entmischungsstrecke. Alternativ stehen totraumfreie Normstutzen mit Auslaufklappe und vakuum-/druckfeste Kugelsegmentventile zur Verfügung. Der KoneSlid® KS entleert in Sekunden ohne Schüttkegelbildung; ComDisc®-Elemente räumen die letzte Phase entmischungsfrei aus – die Charge kommt vollständig und homogen im Gebinde an.

Beschickungsseite: geschlossene Übergaben

Der Mischraum selbst ist geschlossen und staubdicht: fugenfrei verschweißt, OmgaSeal®-Türdichtungen, ATEX Zone 20, auf Wunsch gasdicht mit Inertisierung. Beschickungsschnittstellen zu BigBag-Stationen, Sackschütten und Dosierorganen werden projektspezifisch nach URS ausgelegt – amixon® fertigt die Mischtechnik und definiert die Übergabepunkte so, dass keine offenen Schüttstellen entstehen; die Peripherie des Betreibers wird in Montage und Inbetriebnahme durch amixon®-Spezialisten eingebunden. Praxisbewährte Anlagenkonzepte (z. B. End-of-the-line-Anlagen mit hygienischen Rohrweichen und verfahrbaren Aufnahmegefäßen) zeigen die Systematik.

Umfüllfreie Alternativen

Wo Behälterlogistik dominiert, eliminieren Containermischer COM (Mixtainer®/IBC als Mischraum) und Einwellenmischer EM (Normfass als Mischgefäß) die Umfüllschritte komplett – jeder vermiedene Transfer ist eine vermiedene Staubquelle und ein vermiedener Produktverlust.

Doppelter Nutzen

Staubarme Prozessführung ist zugleich Explosionsschutz (keine Staubschichten als Nahrung für Sekundärexplosionen) und Arbeitsschutz. Die konkrete Schnittstellenauslegung – Volumenströme, Anschlussmaße, Absaugung – entsteht im Projekt; kritische Übergaben lassen sich vorab im Technikum erproben.

Reproduzierbar gefahren, lückenlos dokumentiert

Mischprogramme – Rezepturen mit Mischzeiten, Drehfrequenzen, Dosier- und Temperaturprofilen – sind in der SPS hinterlegt und werden chargenweise identisch abgefahren. Die Einbindung in das ERP-System des Betreibers ist vorgesehen; ein Barcode-Scanner kann zur Echtzeitdokumentation integriert werden, sodass Rezeptur, Charge und Prozessparameter lückenlos verknüpft bleiben – die Grundlage für Chargenrückverfolgung, OEE-Auswertung und Validierungen in regulierten Umgebungen.

Absicherung im amixon® Technikum

Vor der Investition steht der Nachweis: Im amixon® Technikum am Stammsitz Paderborn stehen über 30 Testanlagen in unterschiedlichen Baugrößen bereit – ergänzt um Technika in Japan, Indien, Thailand, China, Südkorea und den USA. Die Versuche laufen mit dem Originalprodukt, mit realen Füllgraden und Chargengrößen, im vorgesehenen Temperatur- und Druckbereich. Bewertet werden Mischqualität, Produktschonung, Energieeintrag, Reinigbarkeit und Reproduzierbarkeit im späteren Serienbetrieb; die Ergebnisse werden gemeinsam mit amixon® Experten ausgewertet und dokumentiert – als belastbare Entscheidungsgrundlage, die technische und wirtschaftliche Risiken vor dem Kauf ausräumt.