Wellenabdichtung
Eine Wellenabdichtung ist ein konstruktives Element zur Abdichtung einer rotierenden oder oszillierenden Welle gegenüber dem umgebenden Prozessraum. Sie verhindert, dass Produkt, Staub, Dämpfe oder Gase entlang der Welle austreten oder Umgebungsluft in den Apparat eindringt.
Es existieren zahlreiche Bauarten von Wellenabdichtungen. Die Auswahl richtet sich nach Medium, Druck, Temperatur, Drehzahl und Schmierbedingungen. In Getrieben ist die Abdichtung vergleichsweise einfach. Dort werden häufig Lippen- oder Radialwellendichtungen eingesetzt. Diese werden durch das im Getriebe vorhandene Öl ausreichend geschmiert und haben sich technisch bewährt.
Deutlich anspruchsvoller ist die Abdichtung von Turbinenwellen, etwa bei Dampfturbinen. Hier kommen Stopfbuchspackungen, Gleitringdichtungen oder Labyrinthdichtungen zum Einsatz. Oft werden mehrere Abdichtprinzipien kombiniert, um hohe Drehzahlen, Temperaturen und Druckunterschiede sicher zu beherrschen.
Besonders hohe Anforderungen bestehen bei Mischtrocknern und Synthese-Reaktoren. Deren Prozessräume dürfen nicht durch Fremdstoffe kontaminiert werden. Eine Schmierung mit Öl oder Fett ist dort unzulässig. In solchen Anwendungen kommen häufig gasgeschmierte Gleitringdichtungen zum Einsatz. Das Gas bildet einen dünnen Schmierfilm, der Reibung und Verschleiß minimiert und gleichzeitig eine saubere, medienfreie Abdichtung ermöglicht.
Alternativ können auch PTFE-Lippenabdichtungen verwendet werden. Diese speziellen Lippenabdichtungen arbeiten trocken oder mit Prozessgas als Sperrmedium und kommen ohne flüssige Schmierstoffe aus. In geeigneten Anwendungen stellen sie eine konstruktiv einfachere und wartungsärmere Alternative zur Gleitringdichtung dar, insbesondere bei moderaten Drücken und Umfangsgeschwindigkeiten.