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Welche Mischer sind optimal für die Einarbeitung von Aromen und Vitaminen in Milchpulver, ohne Schädigung der Partikelstruktur?

Die Einarbeitung von Aromen, Präbiotika, Vitaminen und Spurenelementen in Milchpulver verlangt eine produktschonende und zugleich reproduzierbare Mischtechnik. Insbesondere bei agglomerierten oder instantisierten Milchpulvern sollen Rieselfähigkeit, Benetzbarkeit, Rekonstitutionsverhalten und Partikelstruktur erhalten bleiben. Gleichzeitig müssen empfindliche Inhaltsstoffe gegen Wärme, Feuchte, Sauerstoff und mechanische Beanspruchung geschützt werden.

Entscheidend ist nicht allein der Mischertyp, sondern das Zusammenwirken von Mischprinzip, Füllgrad, Drehzahl, Mischzeit, Energieeintrag, Produktzuführung und Dosiermengen. Die ideale Anlage erzeugt eine sichere Umwälzung des gesamten Pulvers, ohne durch hohe Scherkräfte unnötigen Abrieb oder eine relevante Erwärmung zu verursachen. Pauschale Grenzwerte für Mischzeit, Temperaturanstieg oder Energieeintrag sind wenig belastbar; sie müssen anhand der konkreten Milchpulverqualität, der Rezeptur, der Chargengröße und des gewünschten Endprodukts bestimmt werden.

Aromen können trocken, verkapselt, ölgebunden oder flüssig vorliegen. Flüssige Aromen werden im Hauptmischer meist direkt über eine fein dosierende Sprühlanze oder Düse eingebracht. Die Düse soll in einer intensiv bewegten Produktzone liegen, damit sich die Flüssigkeit rasch auf viele Partikel verteilt. Zu große Tropfen, eine zu hohe lokale Dosierleistung oder eine unpassende Düsenposition können Anbackungen und unerwünschte Agglomerate verursachen. Bei hygroskopischem Milchpulver muss der Eintrag von Wasser oder sonstigen unerwünschten Flüssigkeitsanteilen besonders begrenzt werden.

Präbiotika wie Inulin, Fructooligosaccharide oder Galactooligosaccharide werden in der Regel in deutlich höheren Mengen als Vitamine eingesetzt. Bei ausreichender Partikelgrößen- und Schüttdichteähnlichkeit können sie daher meist direkt in die Hauptcharge dosiert werden. Eine Vormischung ist nicht grundsätzlich erforderlich. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Zugabemenge klein ist, das Präbiotikum zu Staubbildung neigt, große Unterschiede bei Schüttdichte oder Korngröße bestehen oder eine besonders hohe Dosiergenauigkeit verlangt wird.

Anders ist die Situation bei Vitaminen und Spurenelementen. Diese werden oft in sehr kleinen Mengen dosiert und können sich bei ungünstiger Partikelgrößen- oder Dichteverteilung entmischen. Deshalb werden sie üblicherweise als standardisierte Premixe mit einem geeigneten Trägerstoff oder mit einer Teilmenge des Milchpulvers vorbereitet. Der Premix wird anschließend in die Hauptcharge eingebracht. Eine schrittweise Verdünnung des Vitaminmixes mit Milchpulver vor dem Einmischen in die Gesamtmenge ist ein bewährter Ansatz zur Verbesserung der Homogenität.

Für die Hauptmischung kommen mehrere Mischsysteme infrage. Vertikal-Doppelwellenmischer verbinden eine effiziente, dreidimensionale Produktbewegung mit einer vergleichsweise schonenden Behandlung empfindlicher Pulver. Sie werden weltweit für anspruchsvolle Mischaufgaben mit Milchpulver, Nährstoffkomponenten, Aromen und weiteren funktionellen Zutaten eingesetzt. Durch die hohe Umwälzleistung kann das gesamte Mischgut zuverlässig erfasst werden. Bei geeigneter Auslegung lassen sich kleine Mengen, Trockenstoffe und über Düsen eingebrachte Flüssigkeiten gleichmäßig verteilen, ohne die empfindliche Agglomeratstruktur unnötig zu beeinträchtigen. Ob eine Vormischung für einen bestimmten Inhaltsstoff erforderlich ist, richtet sich dabei vor allem nach dessen Dosiermenge sowie nach den Unterschieden von Partikelgröße, Schüttdichte und Fließverhalten.

Doppelwellen-Paddelmischer ermöglichen eine schnelle Durchmischung. Sie eignen sich für größere Chargen, die Verteilung direkt dosierter Präbiotika und die kontrollierte Zugabe flüssiger Aromen. Ihre Drehzahl, Werkzeuggeometrie und Füllgrad müssen so ausgelegt werden, dass empfindliche Agglomerate nicht übermäßig beansprucht werden.

Horizontale Pflugscharmischer bieten eine intensive Umwälzung und können kleine Mengen sowie Flüssigkeiten gut verteilen. Sie sind vor allem dann geeignet, wenn es auf die Erhaltung der Partikelstrukturen weniger ankommt. Allerdings sind Pflugscharmischer nicht automatisch scherarm. Bei hoher Drehzahl oder beim Einsatz von Zerkleinerungswerkzeugen kann der Energieeintrag deutlich steigen. Ihre Eignung für instantisierte Milchpulver muss daher anhand von Abrieb, Temperaturanstieg und Rekonstitutionsverhalten geprüft werden.

Vertikale Konus-Schneckenmischer arbeiten mit niedrigen Drehzahlen und sind besonders schonend gegenüber empfindlichen Partikeln. Sie eignen sich gut für trockene Milchpulvermischungen, für verkapselte Aromen sowie für Rezepturen mit empfindlichen Inhaltsstoffen. Ihre vergleichsweise langen Mischzeiten können bei oxidations- oder feuchteempfindlichen Komponenten ein Nachteil sein. Bei niedrig dosierten Vitaminen und Spurenelementen ist eine Vormischung in diesem Mischertyp in der Regel besonders wichtig.

Container- und Freifallmischer verursachen nur geringe mechanische Beanspruchung und eignen sich deshalb für empfindliche Trockenmischungen. Ihre Eignung ist besonders gut, wenn die Bestandteile ähnliche Partikeleigenschaften aufweisen und keine Flüssigkeiten zugesetzt werden müssen. Bei sehr kleinen Dosiermengen oder deutlichen Unterschieden in Dichte und Korngröße können jedoch längere Mischzeiten oder Vormischungen notwendig sein.

Für die Auswahl des Mischsystems sind neben der Mischgüte auch die Hygieneeigenschaften entscheidend. Milchpulver ist staubend und feuchteempfindlich; Produktablagerungen und Reinigungsrückstände können die Qualität nachfolgender Chargen beeinträchtigen. Produktberührte Flächen sollten deshalb gut zugänglich, glatt und möglichst frei von Ablagerungsstellen sein. In Trockenpulveranlagen wird häufig trocken gereinigt, um Feuchteeintrag zu vermeiden. Falls eine Nassreinigung erforderlich ist, müssen die Anlage und insbesondere schlecht zugängliche Bereiche zuverlässig getrocknet werden. Die EHEDG beschreibt hierfür spezielle Hygienic-Design-Grundsätze für Anlagen zur Verarbeitung trockener Schüttgüter.

Bei licht- oder sauerstoffempfindlichen Vitaminen, insbesondere bei Vitamin A und β-Carotin, kann eine geschlossene und sauerstoffarme Prozessführung sinnvoll sein. Kürzere offene Produktwege, eine geeignete Verpackung und gegebenenfalls eine Stickstoffinertisierung können dazu beitragen, Oxidationsverluste zu begrenzen. Die Schutzwirkung muss jedoch für Rezeptur, Lagerzeit und Verpackung validiert werden.

So verarbeitet amixon® Aromen, Vitamine und sensible Additive in Milchpulver

Bei der Herstellung von Milchpulver, Instantprodukten, Säuglingsnahrung und Nahrungsergänzungsmitteln sollen Aromen, Präbiotika, Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, Probiotika und verkapselte Komponenten gleichmäßig verteilt werden. Gleichzeitig müssen Partikelstruktur, Rieselfähigkeit, Benetzbarkeit und Rekonstitutionsverhalten des Milchpulvers erhalten bleiben. amixon® verfolgt hierfür drei verfahrenstechnische Ansätze: den KoneSlid®-Mischer Typ KS für Chargengrößen von etwa 100 bis 3.000 Litern, den Vertikal-Doppelwellenmischer Typ HM für größere Chargen von etwa 1.000 bis 15.000 Litern sowie den kontinuierlich arbeitenden AMK-Mischer für kontinuierliche End-of-Line-Prozesse.

Der KoneSlid®-Mischer eignet sich insbesondere für empfindliche, agglomerierte Pulver aus Sprühturm, Wirbelschichtgranulation oder Gefriertrocknung. Sein Mischprinzip verbindet eine schonende Produktbewegung mit kurzen Misch- und Entleerzeiten. Beim Entleeren wird der KoneSlid®-Verschlusskonus abgesenkt; das Produkt kann ohne zusätzliche Austragsorgane ausfließen. Das verkürzt die Zeit zwischen Mischen und Abfüllen und kann dazu beitragen, Entmischung nach dem Mischprozess zu begrenzen. amixon® beschreibt den KoneSlid® besonders für Produkte mit empfindlicher Partikelstruktur und für Anwendungen mit kurzen Zykluszeiten.

Für größere Chargen bietet sich der Vertikal-Doppelwellenmischer an. Zwei vertikal angeordnete Mischwellen mit SinConvex®- oder SinConcave®-Helixmischwerkzeugen erzeugen eine dreidimensionale Produktbewegung. Die Mischintensität kann über Drehzahl, Werkzeugausführung, Füllgrad und Prozesszeit auf die Rezeptur abgestimmt werden. Das ist besonders relevant für agglomerierte Milchpulver, bei denen die Mischung homogen sein soll, der Abrieb jedoch möglichst gering bleiben muss. Die MultiPlane®-Mischwerkzeuge können bei großen Produktmengen dazu beitragen, die unteren Pulverschichten zu entlasten und die Produktbewegung über mehrere Ebenen zu fördern.

Für kontinuierliche Produktionslinien steht der AMK zur Verfügung. Der Mischer kann nach Angaben von amixon® sowohl kontinuierlich als auch chargenweise betrieben werden und verarbeitet trockene, feuchte sowie suspendierte Produkte. Seine Mischintensität lässt sich von einer schonenden Homogenisierung bis zu einer intensiveren Desagglomerierung einstellen. Die kontinuierliche Anwendung setzt jedoch eine präzise und stabile Dosierung aller Haupt- und Nebenkomponenten voraus. Gerade bei Vitaminen und Spurenelementen ist häufig ein zuvor hergestellter, gut dosierbarer Premix erforderlich.

Flüssige oder ölgebundene Aromen können über geeignete Flüssigkeitslanzen und Zwei-Stoff-Düsen in das bewegte Mischgut eingebracht werden. Die Zerstäubung unterstützt eine breitflächige Benetzung der Pulverpartikel. Entscheidend sind dabei Tropfengröße, Düsenposition, Dosierleistung, Binder- oder Aromaviskosität und die Produktbewegung im Mischer. Eine Zugabe im Bereich hoher Produktbewegung kann lokale Überbenetzung, Klumpenbildung und Anhaftungen verringern. Bei temperaturempfindlichen oder viskosen Flüssigkeiten kann ein temperierbarer Doppelmantel eingesetzt werden. Die Temperaturführung muss so ausgelegt werden, dass die Viskosität des Aromas oder Trägersystems im geeigneten Bereich bleibt, ohne die Stabilität des Produkts zu beeinträchtigen.

Vitamine und Spurenelemente liegen häufig in sehr kleinen Dosiermengen vor. Deshalb werden sie in der Regel als Premix mit einem Trägerstoff oder mit einer Teilmenge des Milchpulvers vorbereitet und anschließend in die Hauptcharge eingebracht. Aromen und Präbiotika können dagegen bei ausreichender Dosiermenge sowie vergleichbaren Partikeleigenschaften häufig direkt dosiert werden. Ob eine Vormischung erforderlich ist, hängt von Dosiermenge, Partikelgröße, Schüttdichte, Fließverhalten und der geforderten Homogenität ab. Die Herstellung von Vitamin- und Mineralstoff-Premixes ist ein etablierter Ansatz, um die Dosiergenauigkeit und gleichmäßige Verteilung von Mikronährstoffen abzusichern.

amixon® ergänzt die Mischtechnik mit Ausstattungsmerkmalen für Hygiene, Entleerung und Prozesssicherheit. Dazu gehören unter anderem die SinConvex®- und SinConcave®-Helixmischwerkzeuge, MultiPlane®, ComDisc®, DosiFlap®, OmgaSeal® sowie die programmierbaren Zielstrahl-Reinigungsdüsen des WaterDragon®-Systems. ComDisc®-Austragswerkzeuge können beim Entleeren in Richtung Auslauf abgesenkt werden und dadurch Restmengen verringern. DosiFlap® dient als dosierbares, laut amixon® totraumarm abdichtendes Austragsorgan. OmgaSeal® ist eine dauerhaft dichtende Ausführung für die Clever-Cut®-Inspektionstüren. Das WaterDragon®-System dient der automatischen Nassreinigung und Trocknung von Mischern und verwandten Prozessapparaten.

Das Hygienic Design umfasst außerdem großflächige Inspektionsöffnungen, gut zugängliche produktberührte Bereiche, eine obenliegende Lagerung des Mischwerks und die Vermeidung einer unteren Wellendurchführung. Die konkrete Hygieneeignung – etwa hinsichtlich EHEDG-, FDA- oder 3-A-Anforderungen – ist abhängig von der gewählten Maschinenkonfiguration, den eingesetzten Dichtungen, Oberflächen, Reinigungsparametern und der vorgesehenen Anwendung. Sie sollte daher für das jeweilige Projekt spezifiziert und dokumentiert werden.

Vor einer Investition können Mischversuche mit Originalprodukt im amixon® Technikum durchgeführt werden. Nach Angaben von amixon® stehen am Stammsitz Paderborn mehr als 30 Testanlagen unterschiedlicher Baugrößen bereit; weitere Technika befinden sich in Japan, Indien, Thailand, China, Südkorea und den USA. In den Versuchen lassen sich unter praxisnahen Füllgraden und Chargengrößen unter anderem Homogenität, Temperaturentwicklung, Partikelabrieb, Flüssigkeitsverteilung, Entleerung, Reinigbarkeit und Reproduzierbarkeit bewerten. Die Versuchsergebnisse bilden die Grundlage für die Wahl von Mischertyp, Werkzeugausführung, Dosierkonzept und Reinigungsverfahren.