Umgebungsluft
Umgebungsluft ist die Luft, die einen Prozessapparat oder eine Anlage umgibt. Sie besteht hauptsächlich aus Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Wasserdampf und Spurengasen. Umgebungsluft tritt in Prozesse ein, wenn Anlagen nicht gasdicht oder inertisiert sind.
In der Verfahrenstechnik beeinflusst Umgebungsluft Oxidation, Feuchteaufnahme und Kontamination. Sauerstoff kann Reaktionen oder Alterungsprozesse auslösen. Wasserdampf kann hygroskopische Pulver befeuchten und deren Fließeigenschaften verändern.
Die Luftfeuchte wird häufig mit der relativen Feuchte beschrieben:
Φ = pH2O / psat(T)
- ϕ die relative Luftfeuchte
- pH2O ist der Wasserdampfdruck
- psat(T)ist der Sättigungsdampfdruck bei der Temperatur T
- T ist die Temperatur
In explosionsgefährdeten Bereichen ist Umgebungsluft relevant, weil sie Sauerstoff für Staub- oder Gasexplosionen liefert. Deshalb werden viele Prozesse inertisiert, um den Sauerstoffgehalt zu reduzieren.
Es kann sinnvoll sein, verfahrenstechnische Prozesse in geeigneten Klimazonen anzusiedeln. Sprühtürme zur Trocknung von Suspensionen sind wirtschaftlicher zu betreiben, wenn die Umgebungsluft sauber und trocken ist. Niedrige Luftfeuchte reduziert den Energiebedarf für die Trocknung und erhöht die Prozessstabilität.
Umgebungsluft wird bei Trocknung, Kühlung, Pneumatikförderung und Filterprozessen gezielt genutzt oder bewusst ausgeschlossen.