First-in-first-out
Beim logistischen Prinzip First-in-first-out (FIFO) ist die Einlagerungsreihenfolge identisch mit der Auslagerungsreihenfolge. Das zuerst eingelagerte Produkt verlässt das System auch zuerst wieder. Dieses Prinzip ist besonders wichtig für chargenkritische, haltbarkeitsbegrenzte oder qualitätssensible Produkte, etwa in der Lebensmittel-, Pharma- oder Chemieindustrie.
In der Schüttguttechnik bezeichnet FIFO eine Strömungsform, bei der das zuerst eintretende Schüttgut auch zuerst wieder ausgetragen wird. Idealerweise durchströmen alle Partikel den Apparat mit ähnlicher Verweilzeit, sodass es keine Totzonen, Kurzschlussströmungen oder Rückvermischung gibt. So bleiben Rezeptur, Feuchtegehalt, Temperatur und Wirkstoffgehalt entlang des Produktstroms besser kontrollierbar.
Praktisch wird das FIFO-Verhalten durch geeignete Geometrien und Prozessführung unterstützt. Beispiele hierfür sind speziell gestaltete Silos und Bunker mit Massestrom, senkrechte, verjüngende Austragszonen, definierte Austragsorgane (z. B. Schnecken, Dosierorgane, Tablettenventile). In kontinuierlichen Misch- und Trocknungsprozessen hilft ein annäherndes FIFO-Verhalten dabei, Produktübergänge sauber zu trennen und Rückstellmuster klar zuzuordnen.
Bei der Verwendung von Silomischern ist FIFO naturgemäß nicht möglich. Im Idealfall (z. B. beim Gyraton®-Silomischer) wird ein homogenes Produkt ausgetragen unabhängig davon wann es eingelagert wurde. Es handelt sich um ein homogenes Gemisch aus allen Pulvern, die sich im Mischsilo befindet.