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Entmischungsfreie Handhabung

 

Die entmischungsfreie Handhabung beschreibt die Gestaltung von Prozessen, bei denen ein zuvor homogen eingestelltes Schüttgutgemisch während des Transports, der Lagerung und der Dosierung möglichst nicht in seine einzelnen Kornfraktionen zerlegt wird. Das Ziel besteht darin, die Zusammensetzung (z. B. Wirkstoffgehalt, Korngrößenverteilung, Farb- oder Aromakomponenten) vom Mischer bis zur Verpackung konstant zu halten.

Bei vielen Pulvermischungen besteht jedoch eine starke Neigung zur Entmischung, beispielsweise durch unterschiedliche Korngrößen, Schüttdichten, Kornformen oder Oberflächenrauhigkeiten. Mechanismen wie Segregation beim Rieseln, Sichten bei Fallbewegungen, Perkolation kleiner Partikel nach unten oder Rollentmischung größerer Körner führen dazu, dass sich ein ursprünglich homogener Mix entlang des Förderwegs wieder differenziert. Eine entmischungsfreie Handhabung versucht, diese Effekte konstruktiv und prozesstechnisch zu minimieren.

Varianz‑/Standardabweichungs‑basierte Mischungsindizes

 

M = (σ²_rand − σ²_mix) / (σ²_rand − σ²_seg)

  • σ²_mix = gemessene Varianz der Proben
  • σ²_rand = Varianz einer zufällig, ideal gemischten Probe gleicher Zusammensetzung
  • σ²_seg = Varianz im vollständig entmischten (segregierten) Zustand
  • M ≈ 0: vollständig entmischter Zustand
  • M ≈ 1: gut durchmischter, praktisch homogener Zustand

Praktische Maßnahmen umfassen unter anderem geringe Fallhöhen, eine ruhige und möglichst gleichmäßige Förderung, die Vermeidung großer freier Schüttkegel, schonende Umlenkungen sowie geeignete Austrags- und Dosiereinrichtungen, die das Schüttgut aus dem gesamten Querschnitt gleichmäßig entnehmen. Besonders bei hochpreisigen oder wirkstoffhaltigen Mischungen (z. B. Nahrungsergänzungsmittel, Pharma- oder Convenience-Food-Premixe) ist eine entmischungsfreie Handhabung entscheidend für die Chargenhomogenität, Prozesssicherheit und die Einhaltung spezifizierter Qualitätsparameter bis in die Primär- oder Sekundärverpackung.

Eine gute Lösung besteht darin, den Mischprozess in einem amixon® Konusmischer als letzten Prozessschritt vor der Abfüllung durchzuführen.