Bindemittelflüssigkeit
In der Verfahrenstechnik bezeichnet man als Bindemittelflüssigkeit eine Flüssigkeit, die ein oder mehrere Bindemittel (z. B. Polymere, Zucker, Stärke- oder Cellulosederivate) in gelöster oder dispergierter Form enthält. Beim Benetzen von Pulvern baut sie Kohäsions- und Adhäsionskräfte zwischen den Partikeln auf. Trifft die Bindemittelflüssigkeit auf ein Partikelkollektiv, entstehen zunächst flüssige Brücken und Filme. Beim anschließenden Trocknen, Abkühlen oder chemischen Aushärten verfestigt sich das Bindemittel und verleiht den entstehenden Granulaten, Tabletten oder Agglomeraten ihre mechanische Festigkeit.
In Pulvermischern – wie denen von amixon® – wird Bindemittelflüssigkeit typischerweise fein zerstäubt in das bewegte Schüttgut eingesprüht, sodass jedes Partikel möglichst gleichmäßig benetzt wird und ein enges Verteilungs- und Festigkeitsspektrum der Granulate entsteht. Dabei bestimmen die Zusammensetzung (Bindemittelgehalt, Viskosität) der Bindemittelflüssigkeit, das Sprühbild und die Dosierstrategie maßgeblich die Agglomeratgröße, Staubfreiheit und die späteren Zerfalls- bzw. Löseeigenschaften des Endprodukts.