Sinterverhalten
Das Sinterverhalten beschreibt, wie sich Pulver oder partikuläre Feststoffe beim Erwärmen unterhalb ihrer Schmelztemperatur verdichten, verfestigen und zu einem zusammenhängenden Körper verbinden. Dabei wachsen Partikelkontakte (Sinterhälse), Poren schrumpfen und die Dichte des Werkstoffs nimmt zu, ohne dass eine vollständige Schmelze entsteht.
Es wird durch Materialzusammensetzung, Partikelgröße, Korngrößenverteilung, Oberflächenenergie, Porosität, Temperatur, Haltezeit und Atmosphäre bestimmt. Feine Partikel und hohe spezifische Oberflächen führen in der Regel zu schnellerem Sintern und stärkerer Verdichtung.
In der Verfahrenstechnik ist das Sinterverhalten ein wichtiger Parameter für die Herstellung von Keramiken, Metallen, Katalysatoren, Filtermaterialien und additiv gefertigten Bauteilen. Es beeinflusst die Festigkeit, Dichte, Porenstruktur, Wärmeleitfähigkeit und die mechanischen Eigenschaften des Endprodukts.