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Auswerteelektronik

 

Die Auswerteelektronik bildet die Schnittstelle zwischen Sensor und Steuerungsebene. Sie nimmt die rohen elektrischen Signale eines Messaufnehmers, wie beispielsweise Spannungen, Ströme, Impulse oder Frequenzen, auf. Diese Signale werden verstärkt, gefiltert und digitalisiert. Anschließend werden sie mathematisch ausgewertet, skaliert und in physikalische Größen wie Masse, Durchfluss, Druck oder Temperatur umgerechnet. Die Auswerteelektronik stellt die Messwerte in der Regel über Normsignale (zum Beispiel 4–20 mA, 0–10 V), Feldbus-Schnittstellen oder digitale Protokolle der Leittechnik zur Verfügung. Oft sind Zusatzfunktionen wie Grenzwertüberwachung, Dosier- oder Regelalgorithmen, Mittelwertbildung oder Diagnosefunktionen integriert. In Wäge- und Dosiersystemen ist die Auswerteelektronik entscheidend für die Messauflösung, die Reproduzierbarkeit und die Reaktionszeit – und somit für die Genauigkeit gravimetrischer Prozesse.

Die Auswerteelektronik bildet die Schnittstelle zwischen Sensor und Steuerungsebene. Sie nimmt die rohen elektrischen Signale des Messaufnehmers auf, verstärkt, filtert und digitalisiert sie und rechnet sie mithilfe linearer Kennlinien, zum Beispiel

 

y = a · x + b

in physikalische Größen um. Dynamische Effekte werden häufig durch einfache Filtermodelle wie PT1‑Glieder 

 

T · dy/dt + y = K · u

oder durch integrierte PI/PID‑Regleralgorithmen, etwa 

 

u(t) = Kp · e(t) + Ki · ∫ e(t) dt + Kd · de(t)/dt

berücksichtigt. So stellt die Auswerteelektronik normierte Ausgangssignale zur Verfügung und unterstützt Dosier‑, Wäge‑ und Regelaufgaben mit hoher Genauigkeit und Reproduzierbarkeit.

  • y ist die Ausgangsgröße (z. B. Masse, Durchfluss, Druck oder Temperatur) in physikalischen Einheiten.
  • x ist die Eingangsgröße (z. B. Spannung, Strom oder ein digitales Rohsignal des Sensors).
  • a ist der Verstärkungsfaktor bzw. die Steigung der Kennlinie; er beschreibt die Skalierung vom Eingangssignal zur physikalischen Größe.
  • b ist der Offset bzw. Nullpunkt; er korrigiert eine Nullpunktverschiebung und verschiebt die Kennlinie nach oben oder unten.
  • u ist die Eingangsgröße (z. B. Sensorsignal oder Führungsgröße).
  • y ist die Ausgangsgröße nach dem Filter oder Übertragungsglied (geglättetes oder verzögertes Signal).
  • T ist die Zeitkonstante des PT1-Gliedes; sie beschreibt, wie schnell das System auf Änderungen am Eingang reagiert.
  • K ist die statische Verstärkung des PT1-Gliedes (Verstärkungsfaktor zwischen Ein- und Ausgang im stationären Zustand).
  • dy/dt ist die zeitliche Ableitung der Ausgangsgröße y und beschreibt, wie schnell sich y mit der Zeit ändert.
  • u(t) ist die Stellgröße des Reglers (z. B. Stellwert eines Ventils, Drehzahlvorgabe, Förderleistung).
  • e(t) ist die Regeldifferenz, also die Differenz zwischen Sollwert und Istwert.
  • Kp ist der Proportionalbeiwert; er bestimmt, wie stark der Regler direkt auf die momentane Abweichung e(t) reagiert.
  • Ki ist der Integralbeiwert; er gewichtet den aufintegrierten Fehler über die Zeit und sorgt für die Beseitigung bleibender Regelabweichungen.
  • Kd ist der Differentialbeiwert; er reagiert auf die Änderungsrate des Fehlers und dämpft schnelle Änderungen oder Schwingungen.
  • ∫ e(t) dt ist das Integral der Regeldifferenz über die Zeit und repräsentiert den aufsummierten Fehlerverlauf.
  • de(t)/dt ist die zeitliche Ableitung der Regeldifferenz und beschreibt, wie schnell sich der Fehler verändert.